Vermischtes

Gesundheits­vollmacht: Die Selbstbestimmung des Patienten schützen

Dienstag, 10. Dezember 2013

Frankfurt/M. - Das Universitätsklinikum in Frankfurt am Main bietet seinen Patienten vor riskanten optionalen Operationen nach eigenen Angaben deutschlandweit erstmalig Gesundheitsvollmachten in Kombination mit einer umfassenden Beratung an.

Die Selbstbestimmung des Patienten zu wahren sei eine der zentralen ethischen Herausforderungen der Hochleistungsmedizin. Regelmäßig gerieten Schwerkranke in einen Zustand, in dem sie ihre Zustimmung oder Ablehnung zu den Behandlungs­schritten nicht mehr kommunizieren könnten. Das Krankenhaus stehe dann vor der schwierigen Aufgabe, mit oft zunächst überforderten Angehörigen das weitere Vorgehen abzustimmen.

Anzeige

Das Universitätsklinikum Frankfurt bietet deshalb ab jetzt für seine Patienten bei riskanten elektiven Eingriffen Gesundheitsvollmachten in Kombination mit einer umfassenden Beratung an. „Damit wird nicht nur die Entscheidungsfreiheit geschützt, sondern auch die Gesundheit des Patienten. Denn dadurch, dass der Patient einen Bevollmächtigten bestimmt, der seine  Werte kennt, wird in kritischen Situationen wichtige Zeit gespart, die für den Behandlungserfolg entscheidend sein kann“, betonte heute das Universitätsklinikum.

Gesundheitsvollmacht ethisch und juristisch geprüft
Die Gesundheitsvollmacht wurde vom Klinischen Ethik-Komitee im Haus erarbeitet und durch den Justiziar des Klinikums geprüft. Wenn ein riskanter elektiver Eingriff bevorsteht, wird der Patient vonseiten des Universitätsklinikums aktiv angesprochen. Ihm wird angeboten, eine Gesundheitsvollmacht zu unterzeichnen. Darin bestimmt der Patient eine Person seiner Wahl, im Falle seiner Entscheidungsunfähigkeit in kritischen gesundheitlichen Situationen seinen Willen zum Ausdruck zu bringen.

Dem Patienten werde jedoch nicht nur diese Vollmacht, sondern bei Bedarf zugleich eine umfassende Beratung zu den Themen Vorsorgevollmacht, Patientenverfügung und Betreuungsverfügung angeboten. Es handelt sich der Universitätsklinik Frankfurt zufolge um eine relevante und umfassende Dienstleistung für Patienten und Angehörige, mit Patienten in kritischen Lebenssituationen besonders unterstützt werden sollen.

Die Vollmacht des Patienten könne den benannten Stellvertreter besser auf mögliche künftige Entscheidungen vorbereiten und vermeide die andernfalls notwendige Einsetzung eines Betreuers durch zuständige Gerichte. Das führt zu einer spürbaren Zeitersparnis und verhindere einen Behandlungsaufschub mit möglichen negativen gesundheitlichen Konsequenzen. © Kli/aerzteblatt.de

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

5.000 News Vermischtes

Nachrichten zum Thema

01.12.16
Berlin – Für den Fall, dass ein Ehepartner durch Unfall oder plötzliche schwere Erkrankung entscheidungsunfähig ist und keine Vertetungsvollmacht vorhanden ist, soll der andere Ehepartner automatisch......
16.08.16
Justizministerien streben Gesetzesänderung im Betreuungsrecht an
Schwerin – Das geltende Betreuungsrecht in Gesundheitsfragen soll nach dem Willen der Justizminister von Baden-Württemberg und Mecklenburg-Vorpommern verbessert werden. „Engste Angehörige sollen sich......
09.08.16
BGH: Patientenverfügung und -vollmacht müssen konkret sein
Karlsruhe – Eine Patientenverfügung muss sich konkret zu einzelnen medizinischen Behandlungen oder zu bestimmten Krankheiten äußern. Die Formulierung, „lebensverlängernde Maßnahmen“ seien nicht......
10.12.14
Allensbach – Drei von zehn Deutschen haben mit einer Patientenverfügung Vorsorge für oder gegen lebensverlängernde Maßnahmen bei einem Unfall oder am Lebensende getroffen. Wie aus einer am Dienstag......
17.06.14
Bonn – Immer mehr Menschen in Deutschland haben eine Patientenverfügung. Das am Donnerstag vor fünf Jahren vom Bundestag verabschiedete Gesetz zu Patientenverfügungen habe rechtliche Klarheit gebracht......
03.06.14
Stanford – Den Einsatz lebenserhaltender Maßnahmen und die aggressive Therapie terminaler Erkrankungen lehnen laut einer Studie an der Stanford University School of Medicine viele Ärzte für sich......
17.02.14
Düsseldorf – Wissenschaftler aus München und Düsseldorf haben ein Projekt zur Aussagekraft und Zuverlässigkeit von Patientenverfügungen abgeschlossen. Anhand einer Pilotstudie zeigt das Projekt, wie......

Fachgebiet

Anzeige

Themen suchen

A
Ä
B
C
D
E
F
G
H
I
K
L
M
N
O
Ö
P
Q
R
S
T
U
Ü
V
W
Y
Z
Suchen

Weitere...

Login

Loggen Sie sich auf Mein DÄ ein

E-Mail

Passwort

newsletter.aerzteblatt.de

Newsletter

Informieren Sie sich täglich (montags bis freitags) per E-Mail über das aktuelle Geschehen aus der Gesundheitspolitik und der Medizin. Bestellen Sie den kostenfreien Newsletter des Deutschen Ärzteblattes

Immer auf dem Laufenden sein, ohne Informationen hinterher zu rennen: Der tagesaktuelle Newsletter

Aktuelle Kommentare

Archiv

RSS

RSS

Die aktuellsten Meldungen als RSS-Feed. Mit einer geeigneten Software können Sie den Feed abonnieren.

Anzeige