Medizin

Sport und gesunder Lebensstil beugen Demenz vor

Dienstag, 10. Dezember 2013

Cardiff – Die wenigen Männer einer walisischen Kleinstadt, die sich an mindestens vier von fünf Regeln einer gesunden Lebensführung hielten, erkrankten im Alter zu zwei Dritteln seltener an kognitiven Einschränkungen oder an einer Demenz. Die prospektive Beobachtungsstudie in PLOS ONE (2013; doi: 10.1371/journal.pone.0081877) zeigt, dass das Vermeiden kardiovaskulärer Risikofaktoren auch Demenzen vorbeugen kann.

Die Caerphilly Prospective Study (CAPS) gehört zu den weniger bekannten Beobach­tungsstudien. In dem Ort im Süden von Wales befindet sich eine der ältesten epide­miolgischen Forschungsstätten. Der Medical Research Council hat hier bereits in den 1930er Jahren Studien zur Staublunge von Minenarbeitern durchgeführt. Später folgten Untersuchungen zum Blutdruck und zum EKG. Die aktuelle Studie wurde 1979 ins Leben gerufen. Eine Kohorte aller damals 45 bis 59 Jahre alten Männer wurde seither mehrfach untersucht und zu ihren Lebensgewohnheiten befragt.

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Peter Elwood von der Cardiff University hat in der aktuellen Auswertung die Auswir­kungen von Lebensweisen, die in anderen prospektiven Beobachtungsstudien Herz-Kreislauf-Erkrankungen vermieden hatten, auf die kognitiven Funktionen und Demenzerkrankungen untersucht.

Für drei Lebensregeln (Nichtrauchen, 3 Portionen Obst oder Gemüse am Tag und maßvollen Alkoholkonsum) konnte Elwood eine tendenziell protektive Wirkung ermitteln. Eine vierte Regel, die regelmäßigen Sport einfordert, vermeidet sogar einen kognitiven Funktionsabfall im Alter (Odds Ratio: 0,62; 95-Prozent-Konfidenzintervall 0,41 bis 0,92) und die Entwicklung einer Demenz (Odds Ratio 0,41; 0,22-0,77). Nur für ein normales Körpergewicht war kein Einfluss auf die kognitive Funktion erkennbar.

Männer, die mindestens vier der fünf Lebensregeln befolgten, hatten ein um 64 Prozent vermindertes Risiko auf kognitive Einbußen im Alter (Odds Ratio 0,36; 0,12-1,09) oder Demenzen (Odds Ratio 0,36; 0,07-1,99). Dass hier die Konfidenzintervalle weit und die Ergebnisse nicht signifikant waren, führt Elwood darauf zurück, dass nur 5 Prozent der Teilnehmer sich an vier der fünf Regeln hielten. Die meisten Männer in Südwales pflegen einen eher ungesunden Lebensstil.

Für Doug Brown von der Alzheimer's Society ist die präventive Wirkung der Lebens­regeln keine Überraschung. Man wisse seit einiger Zeit: was gut fürs Herz ist, ist auch gut fürs Hirn, meint der Leiter der Forschungsabteilung der britischen Stiftung. Dem konnte Christopher Allen von der British Heart Foundation, die die Studie mitgesponsert hat, nur beipflichten. Die Studie sollte alle Menschen zu einem gesunden Lebensstil motivieren, um sich im Alter einer geistigen Gesundheit zu erfreuen, findet Allen.

In weiteren Auswertungen kann Elwood die bekannten Ergebnisse aus den großen prospektiven Beobachtungsstudien (US Health Professionals Study, Nurses’ Health Study und EPIC Study) bestätigen, nach denen die Lebensregeln Herz-Kreislauf-Erkrankungen im Alter vorbeugen. Nur eine präventive Wirkung auf Krebserkrankungen war nicht nachweisbar. © rme/aerzteblatt.de

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