Ärzteschaft

Ärzte fordern Nutzenbewertung für vorhandene Arzneimittel

Donnerstag, 12. Dezember 2013

Berlin – Die Arzneimittelkommission der deutschen Ärzteschaft (AkdÄ) hat Pläne der kommenden Großen Koalition von Union und SPD zur Bewertung von Arzneimitteln kritisiert. Im Koalitionsvertrag hatten die Parteien angekündigt, den „gesamten Bestands­marktaufruf“ zu beenden. „So werden wesentliche Fortschritte des 2010 von der bishe­rigen Koalitionsregierung verabschiedeten Gesetzes zur Neuordnung des Arzneimittel­marktes ohne ersichtlichen Grund abgeschafft“, kritisierte die Arzneimittel­kommission.

Der Bestandsmarktaufruf ist eine Regelung des Arzneimittelmarktneuordnungsgesetzes (AMNOG). Danach kann der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) eine Nutzen­be­wertung für Arzneimittel veranlassen, die bereits auf dem Markt sind. Im Vordergrund sollen dabei Wirkstoffe stehen, die für die Versorgung von Bedeutung sind oder die mit Medikamenten im Wettbewerb stehen, für die bereits ein Beschluss für eine Nutzen­bewertung vorliegt.

Anzeige

Aufgrund dieser Regelung im AMNOG hat der G-BA im April 2013 Kriterien für den Aufruf von Arzneimitteln im Bestandsmarkt festgelegt und zugleich erste Präparate für die Nutzenbewertung bestimmt.

Diese also gerade erst anlaufende Bewertung soll laut dem Koalitionsvertrag wegfallen. Stattdessen wollen die Parteien einen höheren gesetzlichen Abschlag für alle rezeptpflichtigen Arzneimittel einführen. Die AkdÄ appelliert mit Nachdruck an die politischen Entscheidungsträger, die Möglichkeit einer Nutzenbewertung des Bestands­markts aufrechtzuerhalten.

Nach Auffassung der AkdÄ ist dieser unentbehrlich, „um aktuell und zukünftig eine qualitativ hochwertige, aber auch wirtschaftliche Arzneimittelversorgung sicherzustellen – zuallererst im Interesse der Patienten“, so die Arzneimittelkommission. © hil/aerzteblatt.de

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

5.000 News Ärzteschaft

Nachrichten zum Thema

22.05.16
Köln – Umeclidiniumbromid (kurz: Umeclidinium; Handelsname: Incruse®) ist seit 2014 zur bronchialerweiternden Erhaltungstherapie bei Erwachsenen mit chronisch-obstruktiver Lungenerkrankung (COPD)......
18.05.16
Köln – Das Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG) sieht aus methodischen Gründen keinen Anhaltspunkt für einen Zusatznutzen des Epilepsiemedikamentes Brivaracetam......
13.05.16
Köln – Der monoklonale Antikörper Mepolizumab (Handelsname Nucala®) ist seit Ende 2015 zur Behandlung von Erwachsenen mit schwerem refraktärem eosinophilem Asthma zugelassen. Bei dieser Form haben......
12.05.16
Berlin – Die deutschen Zulassungsbehörden und der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) wollen Pharmaunternehmen frühzeitig bei der Erarbeitung eines Designs für klinische Studien beraten. Auf diese Weise......
25.04.16
Nutzenbewertung: Gemeinsamer Bundesausschuss folgt häufig dem Urteil der Ärzteschaft
Berlin – Bei der frühen Nutzenbewertung neuer Arzneimittel folgt der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) häufig den Ansichten der deutschen Ärzteschaft. Das ist eines der Ergebnisse der Studie......
21.03.16
Köln – Das Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG) hat den Zusatznutzen für die Kombinationstherapie mit Dabrafenib/Trametinib bei fortgeschrittenem Melanom......
11.03.16
Hecken: Zusatznutzen nur für einen bestimmten Zeitraum festlegen
Berlin – Ist die onkologische Arzneimitteltherapie zukünftig noch finanzierbar? „Mein Bestreben ist, dass wir von einer QALY-Debatte (QALY=quality adjusted life year) solange wie möglich verschont......

Fachgebiet

Themen suchen

A
Ä
B
C
D
E
F
G
H
I
K
L
M
N
O
Ö
P
Q
R
S
T
U
Ü
V
W
Y
Z
Suchen

Weitere...

Login

Loggen Sie sich auf Mein DÄ ein

E-Mail

Passwort

newsletter.aerzteblatt.de

Newsletter

Informieren Sie sich täglich (montags bis freitags) per E-Mail über das aktuelle Geschehen aus der Gesundheitspolitik und der Medizin. Bestellen Sie den kostenfreien Newsletter des Deutschen Ärzteblattes

Immer auf dem Laufenden sein, ohne Informationen hinterher zu rennen: Der tagesaktuelle Newsletter

Aktuelle Kommentare

Archiv

RSS

RSS

Die aktuellsten Meldungen als RSS-Feed. Mit einer geeigneten Software können Sie den Feed abonnieren.

Anzeige