Medizin

Mediterrane Ernährung verhindert Diabetes ohne Diät und Sport

Dienstag, 14. Januar 2014

Barcelona – Eine Mittelmeer-Diät hat in einer randomisierten klinischen Studie in den Annals of Internal Medicine (2014; 160: 1-10) Neuerkrankungen am Typ 2-Diabetes verhindert, obwohl den Teilnehmern keine Restriktionen bei der Kalorienmenge auferlegt wurde und sie keinen Sport treiben mussten.

Die „Prevención con Dieta Mediterránea“ oder PERIMED-Studie gehört zu den wenigen Interventionsstudien zur Auswirkung von Diäten auf die Gesundheit. An der Studie nahmen fast 7.500 Männer (55 bis 80 Jahre) und Frauen (60 bis 80 Jahre) teil, die ein erhöhtes kardiovaskuläres Risiko hatten, weil sie entweder unter einem Typ 2-Diabetes litten oder drei andere Risikofaktoren wie Rauchen, Hypertonie, erhöhte Cholesterin­werte oder Übergewicht/Adipositas hatten oder eine positive Familienanamnese auf frühzeitige kardiovaskuläre Ereignisse vorlagen.

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Die Ergebnisse zum primären Endpunkt (schwere kardiovaskuläre Ereignisse) wurden bereits im letzten Jahr veröffentlicht: Die Rate schwerer kardiovaskulärer Ereignisse konnte signifikant um 30 Prozent gesenkt werden (NEJM 2013; 368: 1279-1290). Jetzt stellen Jordi Salas-Salvadó von der Universität Barcelona und Mitarbeiter weitere Resultate zu einem geplanten sekundären Endpunkt vor: die Zahl von Neuerkrankungen am Typ 2-Diabetes bei jenen 3.541 Teilnehmern, die zu Beginn der Studie noch nicht zuckerkrank waren.

Wie in der Hauptstudie erzielte die traditionelle mediterrane Kost, die im ersten Studien­arm mit Olivenöl (1 Flasche pro Woche), im zweiten Studienarm mit Nüssen (30 Gramm täglich) kombiniert wurde, eine präventive Wirkung. Im Olivenöl-Arm kam es während der vierjährigen Studiendauer zu 40 Prozent weniger Neuerkrankungen (Hazard Ratio HR 0,60; 95-Prozent-Konfidenzintervall 0,43-0,85) als in der Kontrollgruppe. Unter der mit Nüssen angereicherten Kost erkrankten die Teilnehmer zu 18 Prozent seltener (HR 0,82; 0,61-1,10) als in der Kontrollgruppe, der Unterschied war hier also nicht signifikant.

Die Ergebnisse sind vor allem deshalb bemerkenswert, weil eine Gewichtsreduktion und Sport aus diabetologischer Sicht die wichtigsten Pfeiler der Krankheitsprävention sind. Den Teilnehmern der Studie wurden hier keine Vorgaben gemacht. Durch das Olivenöl stieg auch gegenüber der Kontrollgruppe, die eine fettarme Diät einhalten sollte, die Fettzufuhr. Auch davon raten Diabetologen eher ab. © rme/aerzteblatt.de

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