Politik

Bundesregierung will Qualität in der Pflege verbessern

Mittwoch, 15. Januar 2014

Berlin – Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe (CDU) plant eine Qualitätsoffensive in der Pflege. „Wir wollen die Leistungen für Pflegebedürftige und auch die Pflegekräfte verbessern. Dabei soll nicht allein die Zeit fürs Essen und Waschen gezählt werden, sondern mehr die Bedürfnisse der zu Pflegenden beachtet werden“, sagte Gröhe der Bild-Zeitung vom Mittwoch. Zur Finanzierung plant die große Koalition eine Anhebung der Pflegebeiträge um 0,5 Prozent.

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Die Pflegeversicherung allein werde aber auch in Zukunft nicht ausreichen, die komplette Betreuung im Alter zu finanzieren, betonte Gröhe. „Die Pflegeversicherung hat schon immer nur einen Teil der Pflegekosten finanziert. Sie ist vor 20 Jahren nicht als eine ,Vollversicherung' angelegt gewesen. Seit dem vergangenen Jahr wird aber die Eigenvorsorge mit privaten Pflege-Zusatzversicherungen staatlich unterstützt. Außerdem planen wir einen Vorsorgefonds bei der Bundesbank, um künftige Beitragssteigerungen zu dämpfen.“

Der Minister räumte ein, dass es auch in deutschen Pflegeheimen zu Fehlern komme. „Wir haben in Deutschland gut ausgebildete Pflegerinnen und Pfleger. Ich habe einen sehr großen Respekt vor der Leistung dieser Menschen. Leider können dabei auch Fehler passieren.“ Deswegen sei es sehr wichtig, dass man darüber spreche und daraus lerne. Möglich sei dies auch über Internet-Seiten wie www.kritischeereignisse.de der Deutschen Altershilfe.kna © kna/aerzteblatt.de

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doc.nemo
am Donnerstag, 16. Januar 2014, 11:36

Politikersprech


Du lieber Himmel, die wievielte Qualitätsoffensive in der Pflege ist das mittlerweile? Gefühlt hat jeder Gesundheitsminister der letzten zwanzig Jahre mindestens eine solche Offensive angekündigt – meist zu Beginn seiner Amtszeit, damit die Ankündigung viel Zeit hat, wieder vergessen zu werden. Und dann dieser martialische Ausdruck „Offensive“. Kling irgendwie nach „Attacke“. Mir scheint, diese verbalen Scheinangriffe haben nur den Zweck, von der eigentlichen Aussage abzulenken, die kurz darauf folgt: „Die Pflegeversicherung allein werde aber auch in Zukunft nicht ausreichen, die komplette Betreuung im Alter zu finanzieren, betonte Gröhe.“ Aha, das ist des Pudels Kern! Von Politikersprech ins Deutsche übersetzt, wollte Gröhe nichts anderes ankündigen als „Pflegebedürftige und ihre Angehörigen werden künftig deutlich mehr selbst bezahlen müssen“. Was irgendwie zu vermuten war.
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