Politik

Bundesgesundheits­minister Gröhe bekennt sich zur ärztlichen Selbstverwaltung

Freitag, 17. Januar 2014

Berlin – Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe (CDU) hält das Prinzip der Selbst­verwaltung im Gesundheitswesen für attraktiv und zukunftsweisend. Das hat der Minister am Donnerstagabend beim Neujahrsempfang von Bundesärztekammer (BÄK) und Kassen­­ärztlicher Bundesvereinigung (KBV) in Berlin bekräftigt.

Gröhe erklärte jedoch zugleich, eine funktionierende Selbstverwaltung sei auf Kolle­gialität angewiesen. „Es würde mich freuen, wenn in der Selbstverwaltung Kollegialität noch besser gelänge.“ Damit  spielte der Minister auf den schwelenden Konflikt zwischen Haus- und Fachärzten im Vorstand und der Vertreterversammlung der KBV an.

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Der erfahrene Unionspolitiker Gröhe ist ein Neuling in der Gesundheitspolitik. Von den rund 600 geladenen Gästen aus Ärzteschaft, Politik und Verbänden wurde sein erster größerer Auftritt deshalb mit Spannung erwartet. Sein Ziel sei es, die Weichen im Gesundheitssystem so zu stellen, dass dessen Leistungsfähigkeit auch angesichts des demografischen Wandels sichergestellt sei, betonte Gröhe.

Dafür sei es wichtig, das Problem des Ärztemangels insbesondere auf dem Land zu lösen und den ärztlichen Nachwuchs zu fördern. Dazu gehört es dem Minister zufolge auch, die Zugangsvoraussetzungen zum Medizinstudium so zu verändern, dass der Zugang nicht länger in erster Linie von der Abiturnote abhängt: „Wir müssen die Diskussion um das Medizinstudium 2020“ beginnen.“

Großen Respekt für seine Leistung zollte der neue Minister dem KBV-Vorstands­vorsitzenden, Andreas Köhler, der Stunden zuvor aus gesundheitlichen Gründen seinen Rücktritt zum 1. März angekündigt hatte. Köhler habe Herausragendes für die Versorgung und das Gemeinwohl geleistet, sagte Gröhe.

Andreas Köhler /Lopata

Der KBV-Chef hatte nach einem Herzinfarkt im vergangenen November am Montag seinen Dienst in der KBV wieder angetreten. „Doch leider muss ich nach nur wenigen Tagen feststellen, dass es mir aus gesundheitlichen Gründen nicht möglich sein wird, das Amt in der Form, wie es notwendig ist, fortzuführen“, erklärte Köhler beim Neujahrsempfang. „Das ist ein großer Schritt, der mir alles andere als leicht fällt.“

Die ambulante ärztliche und psychotherapeutische Versorgung und die Einheit des KV-Systems seien Themen, die ihn seit Jahrzehnten persönlich beschäftigt hätten, meist über einen 14-Stunden-Arbeitstag hinaus. „Ich war und bin Überzeugungstäter“, sagte Köhler. Er appellierte an die Selbstverwaltung, sich auf die Sacharbeit zu konzentrieren: „Letztendlich geht es bei allem, was wir tun, um Menschen. Und es geht um einen respekt­vollen Umgang mit diesen. Das gilt auch für uns selbst.“

Der Präsident der BÄK, Frank Ulrich Montgomery, erklärte zum Rücktritt von Köhler: „Wir haben in der Zusammenarbeit die Prinzipien der Kollegialität immer beachtet.“ Er habe die Erfahrung gemacht, dass ein gemeinsames Auftreten beider Organisationen in der Politik immer einen gewissen Eindruck hinterlassen habe.

Montgomery würdigte Köhlers Leistung für die niedergelassenen Ärztinnen und Ärzte und betonte – anknüpfend an äMinister Gröhe: „Wir sind der Kollegialität verpflichtet und werden alles für eine gute Zusammenarbeit tun.“ Dem Minister bot er im Namen der Ärzteschaft eine konstruktive Zusammenarbeit an. © HK/aerzteblatt.de

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ArztundEuropa
am Montag, 20. Januar 2014, 10:16

Man sollte den Begriff des Ärztemangel neu definieren...

.... denn die Ärzte sind auf dem Deutschen Markt, werden aber nicht eingestellt, da es erstens, seit 2011 es zu einem weiteren Einstellungsstopp an den Krankenhäusern kommt und zweitens, die Hierarchie des dt. Krankenhaussystems verhindert weiter FACHÄRZTE zu beschäftigen (da weniger Oberarztstellen und noch weniger Chefarztstellen).

Daraus resultiert, dass 50% der Fachärzte arbeitslos werden (ich verweise hier auf die Auskünfte der Bundesärztekammer !!!).
Dann werden "en masse" Ausländische Kollegen zu Dumpingpreisen engagiert.

Die Diskussion um das Medizinstudium sollte nicht auf 2020 verschoben werden, sondern umgehend angegangen werden, da die Mediziner die aus dem Ausland engagiert werden, keinen NC haben, was bedeutet, dass Sie nicht nur Billigere Arbeitskräfte sind, sondern auch noch viel jünger! ( bei Arbeitsaufnahme -nach einem Studium) sind 85% der dt. Ärzte über 35 Jahre alt ( ich verweise hier auf die Auskünfte der Bundesärztekammer).

In aller Deutlichkeit heißt dass, die Deutschen Mediziner werden hier nach "Strich und Faden" verarscht.

Im Europäischen Raum sind dt. Mediziner nicht mehr konkurrenzfähig. Überaltert und nicht qualifiziert, weil Assistenzärzte in operativen Fächern nicht ausgebildet werden, sondern nur noch für den Stationsdienst u. Nachtdienste eingeteilt werden.
Die operative Ausbildung fängt bei den Fachärzten an u. dann müssen 3 Oberärzte im Operationssaal stehen, damit die Operationen durchgeführt werden können....

Verweist man seit Jahren die Ärztekammer auf die Missstände hin, bekommt man als Antwort so wörtlich: " mit den Einstellungen an den Krankenhäusern hat die Ärztekammer nichts zu tun und alles andere ist zumutbar "

Ich frage mich nur, ob die Journalisten nicht recherchieren wollen, nicht können, nicht dürfen?
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