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Passivrauchen erhöht Hospitali­sierungsrate asthmakranker Kinder

Montag, 20. Januar 2014

Cincinnati – Der Nachweis des Nikotinmetaboliten Cotinin in Blut oder Speichel erhöhte bei asthmakranken Kindern einer US-Klinik das Risiko, innerhalb eines Jahres ein zweites Mal hospitalisiert zu werden. Die Ärzte raten in Pediatrics (2014; doi: 10.1542/peds.2013-2422) den Eltern asthmakranker Kinder, das Rauchen aufzugeben.

Die Studie von Robert Kahn, einem Pädiater der Kinderklinik in Cincinnati, zeigt zunächst einmal, dass den Eltern in puncto Passivrauchen nicht unbedingt geglaubt werden darf. Nur ein Drittel der Eltern hatte anlässlich der Hospitalisierung ihres asthmakranken Kindes angegeben, dass sie zuhause oder im Auto rauchen.

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Mehr als die Hälfte der Kinder hatte jedoch positive Blutproben, und im Speichel war Cotinin sogar fast zu 80 Prozent nachweisbar. Die weitere Analyse der Klinikdaten ergab, dass Kinder mit positivem Bluttest zu 59 Prozent häufiger innerhalb des nächsten Jahres erneut wegen einer Exazerbation ihrer obstruktiven Atemwegserkrankung hospitalisiert werden mussten. Bei den Kindern mit positivem Speicheltest war das Risiko sogar um den Faktor 2,35 erhöht.

Die Untersuchung wurde im Rahmen der Greater Cincinnati Asthma Risks Study durchgeführt, die nach Risikofaktoren für Asthmaerkrankungen in sozial benachteiligten Stadtbezirken sucht. Passivrauchen gehört offenbar dazu. Mahnende Worte an die Eltern führen laut Kahn nicht weiter, dessen Patienten zu drei Viertel auf die staatliche Krankenunterstützung Medicaid angewiesen sind.

Er empfiehlt der Versicherung, den Eltern asthmakranker Kinder Rauchstop-Programme anzubieten. Dadurch könnten seiner Ansicht nach viele Hospitalisierungen vermieden werden. © rme/aerzteblatt.de

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