Ausland

Beatmung eingestellt: Hirntote Schwangere gestorben

Montag, 27. Januar 2014

Washington – Nach Abschaltung der lebenserhaltenden medizinischen Apparate bei einer für hirntot erklärten Frau in den USA ist die 33-Jährige gestorben. „Marlise Munoz ruht nun in Frieden“, erklärten ihre Anwälte am Sonntag. Die lebenserhaltenden Geräte seien entsprechend einer Gerichtsentscheidung am Vormittag im Krankenhaus in Fort Worth im Bundesstaat Texas abgeschaltet worden. Das Krankenhaus hatte zuvor erklärt, dass der Fötus „nicht überlebensfähig“ sei.

Die in der 14. Woche schwangere Marlise Munoz brach Ende November mit einer Lungenembolie zusammen, im Krankenhaus wurde sie für hirntot erklärt. Ihr Fall  sorgte in den USA für erregten Streit. Er berührte gleich mehrere Fragen, die in den USA regelmäßig hitzige Debatten heraufbeschwören, vor allem die Themen Abtreibung und Sterbehilfe. Texas gehört zu den zwölf US-Bundesstaaten, in denen für schwangere Frauen unter allen Umständen verlangt wird, dass sie am Leben erhalten werden müssen.

Anzeige

Der Ehemann von Munoz zog aber vor Gericht und verlangte die Abschaltung der Geräte. Er berief sich auf den Wunsch seiner Frau, bei einem Schicksalsschlag nicht künstlich am Leben erhalten zu werden.

Ein Richter entschied dann am Freitag, dass Marlise Muñoz sterben dürfe. Er setzte dem Krankenhaus eine Frist bis Montagabend, die künstliche Beatmung einzustellen. Zur Begründung sagte er der New York Times zufolge, dass die Patientin aus rechtlicher Sicht bereits tot sei. Daher habe das entsprechende Gesetz zum Schutz des Fötus für diesen Fall keine Gültigkeit. Am Sonntagvormittag  gab eine Kliniksprecherin bekannt, dass die Ärzte der Anordnung folgen würden. © afp/dpa/aerzteblatt.de

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

4.132 News Ausland

Nachrichten zum Thema

12.07.16
US-Ärztinnen erhalten weniger Gehalt als ihre Kollegen
Boston – Auch eine Beschäftigung an einer der Top-Universitäten garantiert Ärztinnen in den USA kein gleich hohes Gehalt wie ihren männlichen Kollegen. Eine Untersuchung in JAMA Internal Medicine......
07.07.16
Tötung auf Verlangen und ärztlich assistierter Suizid: Trotz zunehmender Legalisierung eher selten
Immer mehr Länder legalisieren die Tötung auf Verlangen – in anderen Ländern auch als “Euthanasie“ bezeichnet – und den ärztlich assistierten Suizid. Dennoch werden diese beiden Formen der Sterbehilfe......
13.06.16
Hamburg – Dem Hamburger Sterbehelfer Roger Kusch bleibt der Gang vors Gericht erspart. Im Zusammenhang mit der Sterbehilfe für zwei über 80-jährige Frauen in Hamburg ließ das Oberlandesgericht die......
10.06.16
Sacramento – Rauchen ist in Kalifornien nun erst ab 21 Jahren erlaubt. Ein entsprechendes Gesetz zur Anhebung des Mindestalters von 18 auf 21 Jahre ist am Donnerstag in dem bevölkerungsreichsten......
09.06.16
Lissabon – In Portugal ist das Baby einer hirntoten Mutter zur Welt gekommen. Ärzte holten den kleinen Jungen, dessen Mutter seit fast vier Monaten hirntot ist, in der 32. Schwangerschaftswoche „ohne......
25.05.16
Mehrheit der Australier für Legalisierung der Sterbehilfe
Sydney – Eine große Mehrheit der Australier befürwortet eine Legalisierung der Sterbehilfe. 75 Prozent der Befragten stimmten laut der am Mittwoch veröffentlichten Umfrage des Senders ABC der Aussage......
16.05.16
Pfizer untersagt Nutzung von Medikamenten für Hinrichtungen
Washington – Für die US-Bundesstaaten mit Todesstrafe ist die letzte Quelle für erprobte Exekutions-Gifte versiegt: Der Pharmakonzern Pfizer hat den Einsatz seiner Medikamente bei Hinrichtungen......

Fachgebiet

Themen suchen

A
Ä
B
C
D
E
F
G
H
I
K
L
M
N
O
Ö
P
Q
R
S
T
U
Ü
V
W
Y
Z
Suchen

Weitere...

Login

Loggen Sie sich auf Mein DÄ ein

E-Mail

Passwort

newsletter.aerzteblatt.de

Newsletter

Informieren Sie sich täglich (montags bis freitags) per E-Mail über das aktuelle Geschehen aus der Gesundheitspolitik und der Medizin. Bestellen Sie den kostenfreien Newsletter des Deutschen Ärzteblattes

Immer auf dem Laufenden sein, ohne Informationen hinterher zu rennen: Der tagesaktuelle Newsletter

Aktuelle Kommentare

Archiv

RSS

RSS

Die aktuellsten Meldungen als RSS-Feed. Mit einer geeigneten Software können Sie den Feed abonnieren.

Anzeige