Politik

Pflegeinstitut zweifelt an Trendwende bei der Pflege

Montag, 27. Januar 2014

Köln – Das Deutsche Institut für angewandte Pflegeforschung bezweifelt, dass die angekündigten Vorhaben der neuen Bundesregierung ausreichen werden, in Deutschland eine Trendwende bei der Pflegeversorgung zu schaffen. „Mit jeder Pflegereform, die wir in den vergangenen Jahren erleben durften, hat sich die berufliche Situation für die Pflege eher verschlechtert“, sagte der Direktor des Institutes, Frank Weidner.

Vergütung zu gering
Ihm zufolge fällt es Deutschland im Vergleich zu anderen europäischen Ländern beson­ders schwer, die professionelle Pflege zu modernisieren. „So ist in Deutschland der Fachkräftemangel besonders ausgeprägt. Zugleich sind die öffentlichen Investitionen in die Pflege verglichen mit den meisten west- und nordeuropäischen Ländern deutlich geringer. Die Arbeitsbedingungen sind deshalb hierzulande vergleichsweise schlecht, die Vergütungen zu gering“, sagte er.

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Flächendeckender Pflegemangel
Weidner wies daraufhin, dass es in Deutschland mittlerweile flächendeckend einen Pflegemangel gebe. „Altenheime brauchen im ganzen Lande mehr als vier Monate, um eine frei gewordene Stelle wieder mit einer Fachkraft zu besetzen. Immer öfter gelingt es gar nicht mehr, neue Fachkräfte einzustellen“, der Institutsdirektor.

Zugleich verliere Deutschland weiterhin Pfleger an die Nachbarländer Schweiz, Österreich, Luxemburg, Niederlande sowie die skandinavischen Länder. Die Folge sei, dass sich die problematischen Arbeitsbedingungen in der Pflege hierzulande wie in einem Teufelskreislauf weiter verschlechterten.

Laut Weidner ist es unabdingbar, dass Deutschland „seine Hausaufgaben zur Wettbewerbssteigerung der Pflege selbst erledigen und zukunftsträchtig und spürbar in die Pflege investieren muss.“ © hil/aerzteblatt.de

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