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Welche IT-Infrastrukturen sind für die patientenorientierte Forschung nötig?

Mittwoch, 29. Januar 2014

Berlin – Weg von Einzelsystemen und Eigenentwicklungen, hin zu übergreifenden kooperativen Ansätzen in den IT-Infrastrukturen für die patientenorientierte medizinische Forschung. So lautet eine wesentliche Empfehlung aus dem Bericht des IT-Reviewing Boards der TMF – Technologie- und Methodenplattform für die vernetzte medizinische Forschung e.V., der heute in Berlin vorgestellt wurde.

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„Medizinische Forschungsprojekte sollten nicht weitere IT-Anwendungen programmieren, sondern die bereits bestehenden guten Lösungen nutzen und ihre Ressourcen vor allem für eine sinnvolle Integration dieser Komponenten in das IT-Gesamtkonzept nutzen“, erläuterte Ulrich Sax (Universitätsmedizin Göttingen), Sprecher der TMF-Arbeitsgruppe IT-Infrastruktur und Qualitätsmanagement und Mitglied im IT-Reviewing Board. Die Integration der Einzelkomponenten sei nicht trivial, da hierbei stets drei Faktoren - Technik, Recht und Organisation - eine Rolle spielten. „Das gesamte Konstrukt muss funktionieren“, betonte Sax.

Primärdatenquellen im Fokus
Schwerpunkt des ersten Berichtes 2012/2013 sind die Primärdatenquellen. Der Bericht geht dabei auf klinische Studien, Register und Kohorten, Bildverarbeitungssysteme, Biobanken und mobile IT-Werkzeuge ein. Dies sind Bereiche, in denen zahlreiche Daten für die patientenorientierte Forschung erhoben werden. Dem Bericht zufolge gibt es beispielsweise bereits validierte kommerzielle Open Source Software für klinische Studien und Register. Handlungsbedarf sehen die Experten etwa bei den Bildverar­beitungssystemen und bei der Entwicklung von Schnittstellen zu IT-Systemen der Krankenversorgung, zu klinischen Krebsregistern und zu Robotersystemen.

Ein großer Block widmet sich zudem dem Identitätsmanagement, da nicht nur Patienten in klinischen Studien, sondern zunehmend auch freiwillige Probanden in Forschungs­projekte eingebunden werden. Hier sollte eine „strenge Standardisierung der Werkzeuge und Services“ angestrebt werden, um die Rechts- und Investitionssicherheit der vernetzten Forschung nachhaltig zu fördern, empfiehlt der Bericht.

Der Report solle zunächst erst einmal einen Überblick über vorhandene Systeme ermöglichen, meinte Sax. Aber: „Nach dem Report ist vor dem Report.“ Wichtiger als die Erfassung der Daten sei das das Datenmanagement. Die nächste Ausgabe des Reports werde sich daher mit der Zusammenarbeit der Komponenten befassen und insbeson­dere Empfehlungen für die Versorgungsforschung und die Sekundärnutzung von medizinischen Routinedaten herausarbeiten, kündigte Sax an.

Der erstmalig vorgelegte Bericht  soll künftig jährlich erscheinen und die Grundlage für Handlungsempfehlungen für Forschung und Politik darstellen. In diesem Zusammenhang weist die TMF darauf hin, dass die Gesundheitsforschung laut Koalitionsvertrag der Bundesregierung weiterhin eine herausgehobene Stellung einnehmen soll.

Mit Blick auf die Deutschen Zentren der Gesundheitsforschung und weiteren Verbundforschungs­einrichtungen ist der Aufbau geeigneter  IT-Infrastrukturen daher  ein aktuelles Thema. Darüber hinaus bietet der Bericht den IT- und Koordinations­verantwortlichen in medizinischen Forschungsprojekten eine praxisbezogene Hilfestellung für deren Auswahl. © KBr/aerzteblatt.de

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