Ärzteschaft

Chirurgen fordern mehr Engagement gegen resistente Keime

Donnerstag, 30. Januar 2014

Berlin – Mehr Engagement gegen die Ausbreitung von resistenten Keimen hat der Berufsverband Deutscher Chirurgen (BDC) gefordert. „Längst sind Landwirte und Tierärzte zu Keimträgern geworden. Darmkeime gelangen vor allem mit Hühnerfleisch und Salat in unsere Küchen. Alten- und Pflegeheime mit immunschwachen Menschen haben mit besonders vielen und hartnäckigen Erregern zu kämpfen“, sagte Hans-Peter Bruch, Präsident des BDC. Der Tourismus und die zunehmende Mobilität der Menschen über alle Kontinente trügen zum Verschleppen multiresistenter Bakterien bei.

„Händewaschen allein reicht da nicht. Wir müssen etwas gegen die Quelle tun“, so der Chirurg. Die Deutsche Antibiotika-Resistenz-Strategie und Hygiene-Initiativen in Kranken­häusern und Praxen seien erste Schritte in die richtige Richtung. „Das neue Infektionsschutzgesetz reicht jedoch nicht aus, Herr des Problems zu werden. An vielen Stellen ändern sich nur Statistiken“, so Bruch.

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Der BDC fordert daher neben strengeren Regeln für die Verwendung von Antibiotika in der Tiermast, der Teichwirtschaft sowie dem Obst- und Gemüsebau die Rahmenbe­dingungen für die Zulassung von Antibiotika zu ändern. „Die alleinige Überlegenheits­nachweispflicht für neue Antibiotika muss fallen. Entscheidend ist die Resistenzlage. Lohnt sich die Entwicklung neuer Antibiotika aus betriebswirtschaftlichen Gründen für die Pharmaindustrie nicht mehr, wird diese zur Aufgabe, die Staat und Industrie verant­wortungs­bewusst gemeinsam schultern müssen“, so Bruch.

© hil/aerzteblatt.de

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