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Der Virologe und Mediziner Reinhard Kurth ist gestorben

Dienstag, 4. Februar 2014

Köln – Der Virologe und Mediziner Prof. Dr. med. Dr. h.c. Reinhard Kurth ist am Sonntag, den 2. Februar 2014, nach längerer Krankheit verstorben. Er wurde 71 Jahre alt.

Kurth war ein international renommierter Wissenschaftler und hat drei wichtige Bundesinstitute im Geschäftsbereich des Bundesministeriums für Gesundheit geleitet: Das Paul-Ehrlich-Institut in Langen (1986 bis 2001), das Robert Koch-Institut in Berlin (ab 1996 kommissarisch, von 2002 bis 2008 als Präsident) und zusätzlich kommissarisch das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte in Bonn (2004 bis 2007).

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Reinhard Kurth habe das heutige Profil des Paul-Ehrlich-Instituts (PEI) als regulatorische Behörde und Forschungsinstitut maßgeblich geformt, heißt es in einer gemeinsamen Würdigung des Bundesgesundheitsministeriums und der Institute. In der Zeit von Kurths Präsidentschaft wurde dem PEI die wichtige Aufgabe übertragen, die Sicherheit von Arzneimitteln aus Blut zu gewährleisten.

Auch das Robert Koch-Institut wurde unter seiner Leitung neu aufgestellt und zu einem modernen Public-Health-Institut ausgebaut, das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte in der Zeit seiner kommissarischen Leitung strukturell und organisa­torisch modernisiert. Bis zu seinem Tod war Kurth Vorsitzender des Stiftungsrates der Schering Stiftung in Berlin.

Reinhard Kurth hat sich in seiner langjährigen Tätigkeit große Verdienste in der Wissenschaft und im Gesundheitswesen der Bundesrepublik Deutschland erworben. Nach seiner Approbation 1969 hatte er zur Pathogenese und Immunbiologie von Retroviren geforscht: den Humanen Immundefizienzviren (HIV), den Humanen T-lymphotropen Viren (HTLV) und den Humanen endogenen Retroviren (HERV).

Weitere Schwerpunkte seiner wissenschaftlichen Arbeit waren unter anderem Interaktionen immunologischer Botenstoffe, die Entwicklung eines HIV-Impfstoffes, die funktionale Analyse der HERV und die Untersuchung von endogenen Retroviren des Schweines, ein Gebiet, das unter anderem Bedeutung für die Entwicklung der Xenotransplantation hat.

Reinhard Kurth war Mitglied in zahlreichen wissenschaftlichen Gesellschaften und ein wichtiger wissenschaftlicher Berater der Politik. Für seine herausragenden Leistungen auf den Gebieten der Virologie und Immunologie und für seine großen Verdienste bei der Entwicklung der Bundesinstitute erhielt  Kurth 2005 das Große Verdienstkreuz des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland. Im September 2006 hat ihm die Medizinische Fakultät der Charité in Berlin die Ehrendoktorwürde verliehen. © nsi/aerzteblatt.de

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