Politik

Verbände sehen freie Hebammen vor dem Aus

Freitag, 14. Februar 2014

Berlin – Angesichts der Entwicklung auf dem Versicherungsmarkt befürchten Hebammen­verbände das Aus für freiberuflich tätige Hebammen in Deutschland. Laut Angaben des Deutschen Hebammenverbandes (DHV) will sich die Nürnberger Versicherung zum 1. Juli 2015 aus den beiden letzten verbliebenen Versicherungskonsortien für Hebammen verab­schieden. Demnach werden sich freiberuflich tätige Hebammen hierzulande ab Sommer 2015 nicht mehr haftpflichtversichern können.

„Das bedeutet Berufsverbot für freiberufliche Hebammen, denn ohne Haftpflichtver­sicherung dürfen wir weder Geburten zu Hause, im Geburtshaus oder als Beleghe­bamme in der Klinik betreuen noch Schwangeren- und Wochenbettbetreuungen annehmen“, verdeutlichte DHV-Präsidentin Martina Klenk.

Anzeige

Sowohl beim DHV als auch beim Bund freiberuflicher Hebammen Deutschlands (BfHD) sei offen, wer die Hebammen künftig noch versichere. Zahlreiche Anfragen bei alter­nativen Versicherungsunternehmen im In- und Ausland blieben bisher offenbar erfolglos.

Aufgrund überproportional steigender Haftpflichtprämien hatten in der Vergangenheit immer mehr Hebammen ihren Beruf aufgegeben. Laut DHV hat sich die Versicherungs­prämie für in der Geburtshilfe tätige Hebammen im letzten Jahrzehnt trotz abnehmender Schadenszahlen verzehnfacht, während die Vergütung auf niedrigem Niveau stagniere.

„Der Markt für die Versicherung von Hebammen reguliert sich nicht mehr selbst. Die Folgen sind dramatisch, der Beruf ist akut von der Vernichtung bedroht“, mahnte DHV-Präsidentin Klenk gemeinsam mit dem BfHD eine politische Lösung des Problems an. © hil/aerzteblatt.de

Themen:

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

5.000 News Politik

Nachrichten zum Thema

22.08.16
Brandenburgs Hebammen schlagen wegen hoher Arbeitsbelastung Alarm
Potsdam – Hebammen in Brandenburg bekommen nach Darstellung ihres Landesverbandes die Sparpolitik und den Personalabbau in Krankenhäusern zu spüren, indem ihre Arbeitsbelastung steigt. Sie werde immer......
29.06.16
Steigende Haftpflichtprämien bringen Hebammen in Nöte
Karlsruhe – Viele der rund 23.000 Hebammen in Deutschland sehen sich in ihrer Existenz bedroht, weil sie die hohen Versicherungsprämien für ihre Berufshaftpflicht kaum noch zahlen können. „Die Prämien......
01.02.16
Hebammen schlagen Alarm
Berlin/Karlsruhe – Die Arbeitsbedingungen von Hebammen verschlechtern sich dramatisch; im Gegenzug werden Gebärende einer Studie zufolge immer weniger gut betreut. Rund 95 Prozent der Hebammen......
15.01.16
Berlin – Die Zahl der freiberuflichen Hebammen mit Geburtshilfe ist im vergangenen Jahr leicht gestiegen. Dies geht aus einer Statistik des Spitzenverbandes der Gesetzlichen Krankenversicherung (GKV)......
10.12.15
Berlin/Karlsruhe – Der Streit um die Haftpflichtkosten deutscher Hebammen geht weiter. Der Spitzenverband der Gesetzlichen Krankenkassen (GKV) wirft dem Deutschen Hebammenverband (DHV) eine......
28.09.15
Köln – Der Deutsche Hebammenverband (DHV) hat die Neuregelung zum Haftpflichtausgleich kritisiert. Es handelt sich um die Entscheidung einer Schiedsstelle, nachdem die Verhandlungen zwischen dem DHV......
18.09.15
Berlin – Vor weiterhin hohen Prämien bei der Haftpflichtversicherung für Krankenhäuser hat der Geschäftsführer des Ecclesia Versicherungsdienstes auf dem 16. Deutschen Medizinrechtstag in Berlin......

Fachgebiet

Anzeige

Themen suchen

A
Ä
B
C
D
E
F
G
H
I
K
L
M
N
O
Ö
P
Q
R
S
T
U
Ü
V
W
Y
Z
Suchen

Weitere...

Login

Loggen Sie sich auf Mein DÄ ein

E-Mail

Passwort

newsletter.aerzteblatt.de

Newsletter

Informieren Sie sich täglich (montags bis freitags) per E-Mail über das aktuelle Geschehen aus der Gesundheitspolitik und der Medizin. Bestellen Sie den kostenfreien Newsletter des Deutschen Ärzteblattes

Immer auf dem Laufenden sein, ohne Informationen hinterher zu rennen: Der tagesaktuelle Newsletter

Aktuelle Kommentare

Archiv

RSS

RSS

Die aktuellsten Meldungen als RSS-Feed. Mit einer geeigneten Software können Sie den Feed abonnieren.

Anzeige