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Modellprojekt steigert Qualität von Patientenverfügungen

Montag, 17. Februar 2014

Düsseldorf – Wissenschaftler aus München und Düsseldorf haben ein Projekt zur Aussagekraft und Zuverlässigkeit von Patientenverfügungen abgeschlossen. Anhand einer Pilotstudie zeigt das Projekt, wie Menschen mit professioneller Unterstützung zu sinnvollen Verfügungen kommen. Denn herkömmliche Patientenverfügungen, so die Wissenschaftler, seien selten aussagekräftig genug, um medizinische Entscheidungen unterstützen zu können.

Für das Pilotprojekt haben die Wissenschaftler des Universitätsklinikums Düsseldorf und der Ludwig-Maximilians-Universität (LMU) München das Programm „beizeiten begleiten“ entwickelt, in Seniorenhäusern  eingesetzt und über einen Zeitraum von 16 Monaten wissenschaftlich untersucht. Durch die damit verbundenen Angebote konnten sie nicht nur die Anzahl, sondern vor allem die Qualität der Patientenverfügungen deutlich steigern.

Patientenverfügungsprogramm – Implementierung in Senioreneinrichtungen: Eine inter-regional kontrollierte Interventionsstudie

Die traditionelle Patientenverfügung als ein vom Betroffenen erstelltes Dokument zur Vorabfestlegung der Grenzen medizinischer Behandlung für den hypothetischen Fall der Nichteinwilligungsfähigkeit bei künftigen gesundheitlichen Krisen (1) muss rund vier Jahrzehnte nach ihrer Einführung (2) als konzeptionell und empirisch gescheitert (3) gelten.

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Bereits nach 16 Monaten hatten mehr als 50 Prozent der an der Studie teilnehmenden Altenheimbewohner eine Patientenverfügung. 94 Prozent der neu erstellten Verfügungen waren von einem Arzt unterschrieben. 98 Prozent der neuen Verfügungen enthielten einen Notfallbogen und beinahe 96 Prozent eindeutige Aussagen zur Wiederbelebung im Fall eines Herzstillstands. Diese Zahlen waren deutlich höher als in einer vergleichend untersuchten Kontrollregion.

Ziel der Wissenschaftler ist es, die gesundheitliche Vorsorge nun in die Regelversorgung zu integrieren. In der amerikanischen Region La Crosse in Wisconsin beispielsweise, die Vorbild für die Pilotstudie war, wird die gesundheitliche Vorausplanung allen älteren Bürgern bei ärztlichen Routineuntersuchungen angeboten. © hil/aerzteblatt.de

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