Medizin

Palliativmedizin: Frühe ambulante Betreuung verbessert Lebensqualität von Krebspatienten

Donnerstag, 20. Februar 2014

Toronto – Eine frühzeitige ambulante palliativmedizinische Betreuung kann die Lebensqualität von Krebspatienten verbessern. Dies zeigt eine randomisierte Studie im Lancet (2014; doi:10.1016/S0140-6736(13)62416-2).

Viele Palliativmediziner sehen ihre Aufgabe nicht nur in der stationären Versorgung der Patienten in der letzten Lebensphase kurz vor dem Tod. Nach Ansicht von Camilla Zimmermann, der Leiterin des Palliative Care Program am Princess Margaret in Toronto, sollten die Patienten möglichst gleich nach der Diagnose ihrer unheilbaren Erkrankung ambulant betreut werden.

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Die Palliativmedizinerin hat hierzu ein Konzept entworfen, das einmal monatliche Sprechstunden für die Krebspatienten vorsieht. Sie werden dort von einem Arzt und einer in der Palliativmedizin fortgebildeten Krankenschwester betreut. Zwischen den Terminen sind telefonische Kontakte möglich.

Um den Nutzen dieser erweiterten Betreuung zu belegen, hat die Palliativmedizinerin eine randomisierte klinische Studie organisiert, an der sich 24 Krebskliniken des Landes beteiligten. Die Hälfte der Kliniken bot den Patienten die übliche Betreuung an, die auf die letzten Lebenswochen beschränkt ist. In den anderen Kliniken nahmen die Patienten an der neuen ambulanten palliativmedizinischen Betreuung teil. Insgesamt wurden 461 Patienten in gutem Allgemeinzustand mit einer klinischen Prognose von 6 bis 24 Monaten betreut.

Primärer Endpunkt war die Lebensqualität, die ausführlich mit fünf Fragebögen ermittelt wurde. Bereits bei der ersten Nachuntersuchung nach 3 Monaten hatte sich die ambulante palliativmedizinische Betreuung positiv auf die Lebensqualität der Patienten ausgewirkt, berichtet Zimmermann. In zwei von fünf Fragebögen gaben die Patienten eine verbesserte Lebensqualität an.

Bei der abschließenden Untersuchung nach vier Monaten hatten sich vier von fünf Scores signifikant verbessert. Als nächstes will die Palliativmedizinerin die Auswirkungen der ambulanten Betreuung auf die Familie untersuchen. © rme/aerzteblatt.de

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