Medizin

Eisenmangel möglicherweise Risikofaktor für Schlaganfall

Montag, 24. Februar 2014

London – Eisenmangel könnte das Risiko für einen Schlaganfall erhöhen. Forscher um Claire Shovlin am Imperial College London veröffentlichten entsprechende Ergebnisse in Plos One (http://dx.doi.org/10.1371/journal.pone.0088812).

Die Wissenschaftler berichten, dass bereits frühere Studien nahe legten, dass ein Eisen­mangel die Thrombozytenaggregation fördern könnte. Die genauen Mechanismen, die hierfür verantwortlich sein könnten, seien jedoch unbekannt. Die Autoren untersuchten in ihrer Studie eine Patientengruppe, die an einer hereditären hämorrhagischen Tele­angiek­tasie (HHT) litten.

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Diese Erkrankung begünstigt die Ausbildung von Teleangiektasien und arteriovenösen Malformationen, unter anderem im Bereich der Lungengefäße. Die Lunge verliert damit teilweise ihre Funktion als Filterorgan für kleinste Thromben. Die Patienten reagieren daher besonders sensitiv auf Störungen des Gerinnungssystems. Zur Feststellung eines Eisenmangels maßen die Forscher das Serumeisen, da ein erniedrigter Wert in diesem Patientenkollektiv laut den Wissenschaftlern auch auf einen generalisierten Eisenmangel hinwies.

497 Patienten mit einer HHT und bestätigten pulmonalen Shunts konnten die Forscher in ihre Studie einschließen. Sie verglichen das Serumeisen der Patienten mit dem Risiko für einen Schlaganfall. Zusätzlich maßen sie bei einem Teil der Patienten die Aggregations­neigung der Plättchen. 12,3 Prozent der Probanden erlitten einen Schlaganfall. Die Analyse der Wissenschaftler ergab, dass bereits ein leicht erniedrigtes Eisen ab sechs µmol/L(Referenzbereich 7–27 µmol/L) das Risiko für einen ischämischen Schlaganfall gegenüber einem mittleren Eisenspiegel um fast das Doppelte erhöhte.

Dieser Zusammenhang war jedoch nur bei jener Patientengruppe statistisch signifikant, die auch andere Risikofaktoren für einen ischämischen Schlaganfall aufwies. Weiterhin konnten die Wissenschaftler zeigen, dass das erniedrigte Serumeisen die Plättchen­aggregation verstärkte.

Obwohl die Ergebnisse erst eine Aussage für eine kleine Patientengruppe zulassen, könnten sie auch eine Bedeutung für größere Patientenkollektive haben. Beispielweise falle auch bei einem persistierenden Foramen Ovale die Filterfunktion der Lunge gelegentlich weg. Insgesamt ist nach Ansicht der Forscher der Zusammenhang zwischen Eisenmangel und dem Schlaganfallrisiko nur unzureichend erforscht.

© hil/aerzteblatt.de

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