Politik

Bund und Länder wollen Kostenrisiken bei Hebammen begrenzen

Mittwoch, 26. Februar 2014

Berlin – Zum Schutz der Hebammen in Deutschland vor teuren Haftpflichtversicherungen wird in Bund und Ländern eine Begrenzung der Kostenrisiken angepeilt. Die rund 3.500 freiberuflichen Hebammen sehen ihre berufliche Existenz in Gefahr, weil sich die Versicherungstarife in den vergangenen Jahren vervielfacht haben. Das Problem droht sich zu verschärfen. Von den drei Versicherungen, die noch Angebote für Hebammen bereitstellen, will sich eine kommendes Jahr zurückziehen.

Der CDU-Gesundheitsexperte Jens Spahn sagte am Mittwoch in der ARD, eine Möglich­keit sei es, Schadensersatz zu begrenzen, den etwa die Krankenversicherung bei der Haftpflichtversicherung geltend macht. Es geht dabei um hohe Therapiekosten nach Geburtsfehlern. „Diese Kosten, finde ich, könnte man ab einer bestimmten Höhe auf die Allgemeinheit übertragen.” Dies könne Prämien senken.

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Es gibt laut Spahn auch andere Ansätze. Eine Arbeitsgruppe wolle im Frühjahr Ergeb­nisse vorlegen. Eine Online-Petition, in der Gesundheitsminister Hermann Gröhe (CDU) zur Hilfe aufgerufen wird, fand bisher mehr als 286 000 Unterstützer.

Schleswig-Holsteins Gesundheitsministerin Kristin Alheit (SPD) kündigte zudem eine Bundesratsinitiative ihres Landes zur Absicherung der Geburtshilfe an. Weitere Länder hätten ihre Unterstützung signalisiert. Sie regte Haftungshöchstgrenzen an. Dies könnte kombiniert werden mit der Einrichtung eines staatlich finanzierten Haftungsfonds für Schäden, die über diese Höchstgrenze hinausgehen. © hil/aerzteblatt.de

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Manuela Beckmann
am Donnerstag, 27. Februar 2014, 12:13

Bund und Länder wollen Kostenrisiken bei Hebammen begrenzen

Einen Begrenzung der Kostenrisiken ist sicher sinnvoll, aber nicht auf Kosten der Allgemeinheit. Es ist sicher erstrebenswert, dass es weniger Haftungsfälle, die durch Hebammen verursacht wurden, zu reduzieren. Dazu sollten Überlegungen angestrebt werden, wie dieses zu bewerkstelligen wäre. Möglichkeiten wie eine bessere Ausbildung sollten vielleicht auch ins Auge gefasst werden oder auch regelmäßige Fort- und Weiterbildungen wie bei Ärzten. Das aber die Allgemeinheit für Fehler anderer einstehen soll ist der falsche Weg. Andere Freiberufler und Selbständige müssen auch Haft- und Privatversicherungen abschließen und selbst für die Kosten aufkommen. Die Haftungsschäden, die bei den Neugeborenen auftreten, sind nicht vom Tisch, indem man die Kosten umverteilt. Es sollte nach lösungen gesucht werden, wie man diese Schäden vermeidet. Ich vermeide keine Schäden, indem ich Hebammen darin unterstütze für ihre Fehler gerade zu stehen.
MB
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