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Radiotherapie: Dosis-Eskalierung mit Langzeitwirkung bei Prostatakrebs

Mittwoch, 26. Februar 2014

London – Die Beschränkung des Strahlenfeldes auf Prostata und Tumor hat bei der konformalen Radiotherapie eine Erhöhung der Strahlendosis ermöglicht. Die Dosis-Eskalierung hat in einer randomisierten Studie in Lancet Oncology (2014; doi: 10.1016/S1470-2045(14)70040-3) die Chancen der Patienten, nach zehn Jahren ohne Rezidiv zu bleiben, deutlich erhöht. Ein Einfluss auf das Gesamtüberleben war jedoch nicht nachweisbar.

Die Radiotherapie gehört heute zu den Standard-Optionen beim lokalisierten Prostata­karzinom. Ob die Ergebnisse besser sind als nach einer radikalen Prostatektomie ist mangels direkter Vergleichsstudien weiterhin offen. Doch während sich die Operations­technik in den letzten Jahrzehnten kaum verändert hat (außer der Tatsache, dass Roboter die Chirurgen unterstützen), hat es in der Radiotherapie zahlreiche Innova­tionen gegeben.

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Zu ihnen gehört die konformale Radiotherapie, die den Strahlengang genauer auf das Ziel beschränkt. Dies ermöglicht eine Dosis-Eskalierung, deren Auswirkungen der britische Medical Research Council in einer Phase-III-Studie an 843 Patienten untersucht hat. Die Teilnehmer wurden auf eine konventionelle Bestrahlung an 32 Terminen und eine Gesamtdosis von 64 Gray oder auf eine dosis-eskalierte Bestrahlung mit 74 Gray verteilt auf 37 Fraktionen randomisiert.

Die Therapie hat sich als sicher erwiesen, auch wenn die Dosis-Eskalierung mit einem Anstieg der Komplikationen einherging. Der Anteil der Patienten, bei denen es in den ersten 5 Jahren zu Darmproblemen kam, stieg signifikant von 24 auf 33 Prozent an, wie das Team um David Dearnaley vom Institute of Cancer Research in London bereits in einer früheren Publikation (Lancet Oncology 2007; 8; 475-487) eingeräumen musste. Strahlenschäden an der Blase traten ebenfalls tendenziell häufiger auf.

Als Gegenwert erhalten die Patienten eine höhere Heilungschance. Endpunkt ist hier das Ausbleiben eines Wiederanstiegs des PSA-Werts (biochemisches Rezidiv). Hier gab es zehn Jahre nach der Bestrahlung einen Vorteil für die Dosis-Eskalierung. Die zusätzlichen Bestrahlungen haben den Anteil der Patienten, bei denen es in den ersten zehn Jahren zum biochemischen Rezidiv kam, von 55 auf 43 Prozent gesenkt, nach den Berechnungen der Autoren war dies ein signifikanter Vorteil durch die Dosis-Eskalierung.

Der erhoffte Anstieg der Überlebenszeit ist jedoch weiterhin nicht erkennbar. Auch zehn Jahre nach der Diagnose eines Prostatafrühkarzinoms (T1b–T3a, N0, M0) waren in beiden Gruppen noch 71 Prozent der Patienten am Leben. Damit werden viele der heute im Mittel 77 Jahre alten Patienten das Endstadium ihres Karzinoms vermutlich nicht mehr erleben. Weniger als die Hälfte der Patienten mit biochemischem Rezidiv hat bisher mit einem Hormonentzug (Androgen-Deprivation) begonnen, die heute mit einer Über­lebens­zeit von weiteren 9 Jahren verbunden ist. © rme/aerzteblatt.de

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