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Zufriedene Eltern haben gesündere Kinder

Donnerstag, 6. März 2014

Berlin – Sind Eltern gesund und mit ihrem Familienleben zufrieden, haben ihre Kinder seltener gesundheitliche Beschwerden. Das geht aus der Familienstudie 2014 des AOK-Bundesverbandes hervor, die heute in Berlin vorgestellt wurde. „Eltern, die mit ihrem Familienleben sehr oder eher zufrieden sind, haben zu 19 Prozent Kinder mit gesund­heitlichen Beschwerden“, erklärte Ulrike Ravens-Sieberer vom Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf, eine der Autorinnen der Studie. Bei unzufriedenen Eltern seien es 35 Prozent.   

Insgesamt gaben 20 Prozent der Befragten an, ihr Kind habe in den vergangenen sechs Monaten wiederkehrend zwei oder mehr Beschwerden mehrmals pro Woche gehabt, zum Beispiel Gereiztheit, Einschlafstörungen, Nervosität, Bauch-, Kopf- oder Rückenschmerzen sowie Unwohlsein oder Benommenheit, so Ravens-Sieberer. Darunter seien auch chronisch kranke Kinder mit Asthma oder Diabetes gewesen.

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„Kinder mit gesundheitlichen Beschwerden sind auch psychisch und sozial stärker belastet“, so die Professorin für Gesundheitspsychologie. „Gesunde Kinder haben in der Kita oder der Schule seltener Probleme, sie sind weniger einsam oder traurig, haben mehr Freunde und insgesamt ein besseres Wohlbefinden.“

Eltern geht es heute besser als vor vier Jahren
Die allermeisten Eltern sind mit ihrem Familienleben der Studie zufolge eher oder sehr zufrieden: 93 Prozent der befragten Mütter und Väter machten diese Angabe. Allerdings sind Eltern, die als Paar zusammenleben (95 Prozent), zufriedener als Alleinerziehende (80 Prozent).

„Eltern geht es heute körperlich, finanziell, psychisch und in ihrer Partnerschaft eindeutig besser als 2010“, sagte der Vorstandsvorsitzende des AOK-Bundesverbandes, Jürgen Graalmann. Grund dafür sei auch die gute wirtschaftliche Entwicklung in den vergan­genen vier Jahren. Die zeitliche Belastung allerdings sei angestiegen. „Von den Fak­toren, die Eltern als belastend empfinden, wird Zeitstress mit 46 Prozent am häufigsten genannt“, so Graalmann.

Der Studie zufolge könnten drei Maßnahmen dabei helfen, das familiäre Zeitproblem in den Griff zu bekommen. „Eltern mit der Möglichkeit zu flexiblen Arbeitszeiten und einer verlässlichen Kinderbetreuung weisen einen besseren Gesundheitszustand auf“, so Graalmann. Wichtig sei es zudem, Rituale in den Alltag einzubauen wie gemeinsame Mahlzeiten oder ein gemeinsames Gespräch. Auch müssten Eltern kein schlechtes Gewissen haben, wenn sie sich Zeit für sich und für ihre Partnerschaft nähmen. Denn dies trage unmittelbar dazu bei, dass es auch den Kindern besser gehe.

Für die Studie wurden 1.503 repräsentativ ausgewählte Mütter und Väter in Telefon­interviews befragt. © fos/aerzteblatt.de

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chiemwast
am Freitag, 7. März 2014, 17:35

Zufriedene Eltern haben gesündere Kinder - beides lässt zu wünschen übrig!

In unserem Land reicht bei vielen vollzeitbeschäftigten Arbeitnehmern das Gehalt für den Lebensunterhalt ihrer Familie nicht mehr aus. Eine ideale Erziehung, in der ein/e Lebenspartner/in Haushalt und Kinder fürsorglich behandelt und den Kindern ein schönes Familienleben bietet, ist damit kaum mehr zu schaffen. Ziel: lebenswertes Mindesteinkommen anstatt Ausbeute!
Kinderkrippen bzw. Kitas werden gefördert, um möglichst beide Ehepartner in den Arbeitsprozess zu drängen, mangels Einkommen. Die Wirtschaftsleistung und die Steuereinnahmen dadurch verbessern sich – auf wessen Kosten? Die Schere zwischen Arm und Reich spreizt sich nicht ohne Grund so weit bei uns. Wesentlich weiter als in den unterstützten EU-Ländern!
Was wollen wir Bundesbürger eigentlich: ein Familienleben mit Mann und Frau und Kinder, die wir selber erziehen wollen und deren Entwicklung wir auch verfolgen und genießen können - zumindest teilweise bis zum Kindergartenalter - oder Babys, die mehr oder weniger in Babyhorts aufwachsen? Verstehen wir das unter Lebensqualität?
Einerseits will die Politik den Eltern die Kinder immer mehr entziehen, andererseits den Erwachsenen forciert die Altenpflege ihrer eigenen Eltern aufbürden. Langfristig gedacht hätte man die Wehrpflicht in eine Pflegedienstpflicht wandeln müssen, damit auch Pflegebedürftigen durch deren eigene Kinder gekonnter geholfen werden kann. Leider denkt man nicht weiter als bis zum Ende der Legislaturperiode. Nur Lasten werden darüber hinausgeschoben.

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