Politik

Mehr Transparenz: Arzneimittel­kommission veröffentlicht Interessenkonflikte

Dienstag, 11. März 2014

Berlin – Die Arzneimittelkommission der deutschen Ärzteschaft (AkdÄ) wird künftig alle relevanten Interessenkonflikte ihrer ordentlichen Mitglieder veröffentlichen. Dazu gehören auch alle Geldbeträge, die ordentliche Mitglieder der AkdÄ von Arzneimittel- und Medizinprodukteherstellern für Vorträge, Beratungen, Fortbildungen oder wissenschaftliche Projekte erhalten haben.

„Bei Mitgliedern der AkdÄ sind sowohl die Transparenz bei Interessenkonflikten als auch der korrekte Umgang mit ihnen eine wichtige Voraussetzung für eine unabhängige Bewertung von Arzneimitteln. Dass diese Transparenz aus dem Kreis der Mitglieder selbst heraus entwickelt wurde, wird hoffentlich ein positives Signal auch für andere Gruppierungen innerhalb der Ärzteschaft setzen“, sagte der Vorsitzende der AkdÄ, Wolf-Dieter Ludwig.

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Als Fachausschuss der Bundesärztekammer berät die AkdÄ diese in wissenschaftlichen Fragen des Arzneimittelwesens und bewertet Arzneimittel und therapeutische Strategien. Sie hat in diesem Rahmen Regeln zum Umgang mit Interessenkonflikten entwickelt und veröffentlicht.

„Mit den aufgestellten Regeln zum Umgang mit Interessenkonflikten zeigen wir, dass es konstruktive Wege gibt, einerseits die Beeinflussung bei Bewertungen von Arzneimitteln durch die Industrie gering zu halten, gleichzeitig aber den wissenschaftlichen Fortschritt nicht zu behindern“, sagte Klaus Lieb, Sprecher der Arbeitsgruppe Interessenkonflikte der AkdÄ.

Die AkdÄ betont, dass Interessenkonflikte nicht per se schlecht oder verwerflich sind. Sie erhöhten jedoch das Risiko, dass ein Arzt oder Wissenschaftler aufgrund seiner Beziehungen zur Industrie, aber etwa zum Arbeitgeber, zu Krankenkassen oder anderen nicht allein im Sinne des Wohles für den Patienten, sondern auch aufgrund anderer Interessen handele oder entscheide.

Auf der anderen Seite könnten zum Beispiel wissenschaftliche Beziehungen zur Industrie für das Patientenwohl gerade wichtig sein, zum Beispiel, wenn dadurch neue und bessere Medikamente erfolgreich entwickelt würden. Dies zeige, dass Interessenkonflikte in den verschiedenen Kontexten unterschiedlich zu bewerten seien. © hil/aerzteblatt.de

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