Politik

DKG-Kampagne: Wertschätzung für Kranken­hausmitarbeiter zeigen

Dienstag, 11. März 2014

Berlin – Die Deutsche Krankenhausgesellschaft (DKG) reagiert auf Vorwürfe mangelnder Qualität und Behauptungen, es gebe zahlreiche Behandlungsfehler mit Todesfolge in Kliniken. „Verunglimpfungen, Falschbehauptungen und Unterstellungen werden wir nicht länger hinnehmen“, stellte DKG-Präsident Alfred Dänzer heute in Berlin klar. Um „wieder­kehrenden Diffamierungen der Krankenkassen“ etwas entgegenzusetzen, hat die DKG deshalb eine bundesweite Kampagne gestartet. Sie steht unter dem Leitsatz „Wann immer das Leben uns braucht.“

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Zeitgleich zur Präsentation der Plakatmotive und des Flyers in Berlin informierte die DKG in anderen Städten über die Kampagne. „Sie hat zum Ziel, die Bedeutung und die Leistungsfähigkeit der Krankenhäuser noch stärker ins Bewusstsein der Öffentlichkeit zu rufen sowie für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in den Krankenhäusern um gebührende Anerkennung und Wertschätzung zu werben“, betonte der DKG-Präsident. Von den Krankenkassen und der Politik verlangte Dänzer eine „redliche Diskussion über die Versorgungsrealitäten in den Krankenhäusern“.

Die Kliniken sind Dänzer zufolge mit einer stetig steigenden Inanspruchnahme konfron­tiert. 2013 waren rund 18,3 Millionen stationäre Behandlungsfälle zu verzeichnen, so viele wie noch nie. „Dies ist ein großer Vertrauensbeweis der Bevölkerung in Qualität und Leistungsfähigkeit der Krankenhäuser“, sagte Dänzer. Wie kein anderer Bereich des Gesundheitswesens seien die Krankenhäuser bei der Verbesserung der Qualität aktiv. Allerdings müssten die Kosten der Qualitätssicherung in Form von mehr Personal sowie höheren Sachaufwendungen refinanziert werden.

„Wir können Fehler minimieren und verhindern, dass aus Fehlern Katastrophen werden“, unterstrich Joachim Finklenburg, Vize-Präsident der Krankenhausgesellschaft Nordrhein-Westfalen, zeitgleich in Düsseldorf – „aber in keinem Gesundheitswesen der Welt können unerwünschte Ereignisse und menschliche Fehler und damit auch Behandlungs­fehler und Infektionen ganz ausgeschlossen werden.“ Klar sei aber auch: Je mehr der Arbeitsdruck für die Pflegekräfte und für die Ärzte in den Kliniken steige, umso größer sei die Gefahr, dass Fehler passierten.

Nun fordere die Gewerkschaft Verdi auch noch mehr als sieben Prozent Lohnaufschlag für das Klinikpersonal, berichtete Finklenburg – und das bei einem zugestandenen Preiszuwachs im Jahr 2014 von maximal 2,8 Prozent. „Selbst wenn nur die Hälfte tarifiert wird, beträgt die Unterdeckung bundesweit eine Milliarde Euro“, rechnete Finklenburg vor, der für die Vereinigung der kommunalen Arbeitgeberverbände (VKA) ab Donnerstag federführend die Tarifverhandlungen mit Verdi führt: „Was dann passiert ist doch klar: Es wird weiter Pflegepersonal abgebaut.“ Das sei der einfachste Weg zu sparen, weil hier wegen der großen Fluktuation unter den jungen Pflegekräften keine Kündigungen ausgesprochen werden müssten.

Investitionsproblem muss gelöst werden
Von der Bund-Länder-Kommission zur Vorbereitung einer Krankenhausreform erwartet die DKG „eine Lösung des Investitionsproblems“. Dass es zukünftig eine monistische Finanzierung der Krankenhäuser, also einen Wechsel hin zu einer Finanzierung allein durch die Krankenkassen geben könnte, glaubt DKG-Präsident Dänzer nicht. Er geht davon aus, dass die Bundesländer damit mehrheitlich nicht einverstanden sind. Ohne ihre Zustimmung ist ein solcher Systemwechsel jedoch unmöglich.

Vorstellbar sei allenfalls eine Teilmonistik, so Dänzer, also eine Teilfinanzierung bestimmter Investitionen durch die Krankenkassen. Er warnte jedoch vor Verän­derungen, ob in Form einer Teilmonistik oder in Form pauschaler Investitionszuschläge auf die Fallpauschalen, wenn diese am Ende nur wieder „eine Umverteilung des Mangels“ bewirkten. Jüngste Analysen des Instituts für das Entgeltsystem im Kranken­haus bestätigen nach Ansicht Dänzers DKG-Berechnungen, wonach der jährliche Finanzierungsbedarf für Krankenhausinvestitionen bei rund sechs Milliarden Euro liegt.

Die Krankenhausgesellschaften wollen die Aufmerksamkeit auch auf die Bedeutung von Perspektiven für die Krankenhausmitarbeiter zu richten. „Die Krankenhäuser erwarten von der Koalition, dass die Refinanzierung von Tarifsteigerungen regelhaft und im Jahr der Entstehung in vollem Umfang gewährleistet wird“, hieß es heute in Berlin. Eine gute Bezahlung und eine ausreichende Personaldecke sind nach Ansicht der DGK wichtige Voraus­setzungen, um die Gesundheitsberufe weiter attraktiv für den Nachwuchs zu halten.

DKG-Hauptgeschäftsführer Georg Baum forderte darüber hinaus, Kosten zu refinan­zieren, die den Krankenhäusern durch gesetzgeberische Vorgaben entstehen. Als Beispiel führte er die neuen Personalvorgaben im Bereich der neonatologischen Versorgung an. Intensivpflegekräfte für die Frühchen-Stationen müssten nicht nur in ausreichender Menge ausgebildet, sondern danach auch in den Kliniken gehalten werden können.  © Rie/JF/aerzteblatt.de

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anstas
am Donnerstag, 13. März 2014, 19:02

Mehr Respekt für Ärzte und Krankenschwester.

Sehe ich genau so.
Mehr Respekt für Ärzte und Krankenschwester.
Ich war vor kurzem wegen Facettensyndrom in Klinik und kann nur sagen: wenn man dann in Krankenhaus ist, kann man verstehen (vor allem bei Notfälle) wie schwer diesen Job ist!
(Übrigens für alle - und das sind viele :) die nicht wissen was Facettensyndrom ist.... : http://www.joimax.com/de/patienten/facettensyndrom.php )
Krankenhausarzt
am Dienstag, 11. März 2014, 19:37

Pfui !

Die DKG ist Teil des Problems und nicht die Lösung.
Arbeitszeitüberschreitungen, Tarifforderungen, Weiterbildungs- und Fortbildungsfragen, Stellenabbau, sinnentleerte Fallzahlsteigerungen, anachronistische Hierarchie im deutschen Krankenhaus, das waren in den letzten 10 Jahren Themen, bei der die DKG nicht auf der Seite der Mitarbeiter stand.
Jetzt von Wertschätzung zu faseln… pfui.
"Wann immer das Leben uns braucht":
Die Ärzte und Krankenschwestern sind bereits jeden Tag 24h für das Leben da.
Die Typen von der DKG: Euch braucht niemand !
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