Medizin

Herzoperation: Schnelltest erkennt drohendes akutes Nierenversagen

Freitag, 28. März 2014

Münster – Ein neuartiger Urintest kann ein akutes Nierenversagen bei Patienten nach herzchirurgischen Eingriffen früher erkennen als herkömmliche Verfahren. Zu diesem Ergebnis kommt eine Pilotstudie in PLoS ONE (2014; doi: 10.1371/journal.pone.0093460).

Das akute Nierenversagen ist eine gefürchtete Komplikation in der Herzchirurgie. Die Diagnose erfolgt derzeit durch die Beobachtung der postoperativen Oligurie und/oder einem Anstieg des Kreatininwerts, der aber häufig erst ein bis zwei Tage nach der Nierenschädigung erfolgt. Ein wesentlich früheres Ergebnis verspricht ein Schnelltest, den die US-Firma Astute Medical aus San Diego entwickelt hat.

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Der Test weist die beiden Proteine TIMP-2 und IGFBP-7 im Urin der Patienten nach. Die Freisetzung dieser beiden Proteine durch die Nierenzellen fungiert als eine Art biolo­gisches Alarmsystem. Es signalisiert, wenn tubuläre Epithelzellen unter Stress stehen und die Gefahr eines akuten Nierenversagens besteht.

Das Team um Alexander Zarbock von der Universität Münster hat den Urintest bei 50 Patienten durchgeführt, die sich einem herzchirurgischen Eingriff unter Verwendung einer Herz-Lungen-Maschine unterziehen mussten. Insgesamt 26 Patienten entwickelten ein akutes Nierenversagen.

Bei ihnen kam es bereits bei der ersten Untersuchung vier Stunden nach Abschluss der Operation zu einem Anstieg von TIMP-2 und IGFBP-7 im Urin. Der Schnelltest ermög­lichte mit einer Sensitivität von 92 Prozent und einer Spezifität von 81 Prozent die frühzeitige Diagnose eines akuten Nierenversagens. Ein Rückgang der beiden Werte zeigte zudem zuverlässig die bevorstehende Erholung der Nierenfunktion an.

Der Test ermöglicht laut Zarbock eine frühzeitige Risikobeurteilung der Nierenfunktion. In weiteren Studien wollen die Mediziner untersuchen, ob die frühzeitige Umsetzung nephroprotektiver Maßnahmen die Komplikationsrate senken und den Heilungsverlauf beschleunigen kann. © rme/aerzteblatt.de

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