Politik

Pflege durch Freunde und Verwandte wird immer wichtiger

Mittwoch, 2. April 2014

Berlin – Die sogenannte informelle Betreuung durch Angehörige und Bekannte ist für die Versorgung pflegebedürftiger Menschen in Deutschland von großer Bedeutung. Das berichtet das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung (DIW Berlin) in seinem neuen Wochenbericht.

Solche informellen Pflegetätigkeiten erbringen zwischen fünf und sechs Prozent aller Erwachsenen in Deutschland, wie Berechnungen des DIW Berlin auf Grundlage von Daten des Sozio-oekonomischen Panels (SOEP) für die Jahre 2001 bis 2012 ergeben. Danach lastet ein Großteil der Pflege auf Personen im erwerbsfähigen Alter: 2,5 Millionen von vier Millionen informell Pflegeleistenden waren im Jahr 2012 zwischen 16 und 64 Jahre alt. Der Anteil der Erwerbstätigen an den informell Pflegenden ist im Beobachtungszeitraum gestiegen, von knapp 53 auf fast 66 Prozent.

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„Da die Zahl der Pflegebedürftigen angesichts der alternden Bevölkerung weiter zunehmen dürfte, kommen auf pflegende Personen im erwerbsfähigen Alter immer mehr Pflegetätigkeiten zu“, schreiben die Studienautoren Johannes Geyer und Erika Schulz. Gleichzeitig sollen die Pflegenden durch eine höhere Erwerbsbeteiligung und mehr Arbeitsstunden auch den Rückgang der Erwerbsbevölkerung infolge des demografischen Wandels abmildern. „Die Frage nach der Vereinbarkeit von Pflege und Beruf wird also massiv an Bedeutung gewinnen“, so die Wissenschaftler.

Im Jahr 2012 leisteten vier Prozent der Männer und sieben Prozent der Frauen im Alter zwischen 16 und 64 Jahren mindestens eine Stunde pro Werktag informelle Pflege. In den älteren Erwerbsjahren lagen die Anteile noch deutlich höher. Fast 28 Prozent der erwerbsfähigen Pflegeleistenden kümmerten sich 2012 jeden Tag drei oder mehr Stunden um Bedürftige. © hil/aerzteblatt.de

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