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Medikamente könnten Schlaganfallrisiko nach Gürtelrose senken

Freitag, 4. April 2014

London – Ein Herpes zoster kann einen Schlaganfall auslösen. Besonders hoch ist das Risiko nach Ausbruch der Gürtelrose sowie bei einem Befall der Hirnnerven. Eine virustatische Therapie könnte einer Fall-Kontroll-Studie in Clinical Infectious Diseases (2014; doi: 10.1093/cid/ciu098) zufolge das Schlaganfallrisiko begrenzen.

Das erhöhte Schlaganfallrisiko von Patienten mit Herpes zoster war bereits in früheren Studien aufgefallen. Experten führen es teilweise auf eine gesteigerte Entzündungs­reaktion im Rahmen der Zostererkrankung zurück, die die Endothelfunktion schädigen, Plaqueabrisse in den Gefäßen begünstigen und die Gerinnbarkeit des Blutes erhöhen soll. Zu den gefürchteten Komplikationen gehört außerdem eine Zoster-induzierte Vaskulitis, die sich als Schlaganfall manifestieren kann.

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Sinéad Langan von der London School of Hygiene and Tropical Medicine hat den Zusammenhang jetzt erneut in einer Fall-Kontroll-Studie bestätigt. Sie verwendete dabei die sogenannte SCCS-Methode (Self-Controlled-Case-Series), die verschiedene Lebensphasen einzelner Patienten miteinander vergleicht.

Dies vermeidet viele Verzerrungen, die sich bei der Gegenüberstellung unterschiedlicher Personen in einer klassischen Fall-Kontroll-Studie ergeben. Außerdem konnte die Epidemiologin auf eine große Datenbank zurückgreifen: In der Clinical Practice Research Datalink, einer Sammlung britischer Hausarztpatienten, fand sie 6584 Patienten mit Herpes zoster.

Die Auswertung ergab, dass das Schlaganfallrisiko zu Beginn der Erkrankung am höchsten ist. Für den ersten Monat ermittelte Langan einen Anstieg um 63 Prozent. In den beiden folgenden Monaten war es noch um 42 Prozent und in den drei weiteren Monaten um 23 Prozent erhöht. Deutlich höher war das Risiko bei einem Zoster ophthalmicus (plus 82 Prozent im ersten Monat) oder nach dem Befall des Trigeminusnerven.

Patienten, denen orale Virustatika (wie Aciclovir) verordnet worden war, hatten ein etwas niedrigeres Risiko: Die behandelten Patienten erkrankten beispielsweise im ersten Monat nur zu 23 Prozent häufiger an einem Schlaganfall, während das Risiko ohne Medika­mente um den Faktor 2,14 erhöht war. Auch beim Zoster ophthalmicus war hier ein Einfluss der antiviralen Therapie nachweisbar.

Eine epidemiologische Studie kann zwar die Wirkung von Medikamenten nicht belegen, für Langan scheint es aber biologisch plausibel, dass die frühzeitige antivirale Therapie das Schlaganfall-Risiko begrenzt. Noch günstiger wäre vermutlich eine Impfung gegen Varizella-Zoster, da ein verhinderter Zoster keinen Schlaganfall auslösen kann. © rme/aerzteblatt.de

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