Politik

Strategien gegen psychische Belastungen am Arbeitsplatz immer wichtiger

Donnerstag, 10. April 2014

Mainz/München/Berlin – Auf die Bedeutung von psychischen Belastungen am Arbeitsplatz hat der rheinland-pfälzische Arbeitsminister Alexander Schweitzer (SPD) hingewiesen. Der deutschen Wirtschaft entstünden durch psychische Erkrankungen Kosten von knapp 29 Milliarden Euro pro Jahr. Hohe Ausgaben beispielsweise für Medikamente, Rehabilitationsmaßnahmen, Krankengeld oder Frührente bei aufgrund von Arbeitsunfähigkeit gleichzeitig sinkenden Beitragseinnahmen belasteten auch Kranken- wie Rentenkassen stark sagte der Minister bei einer Informationsveranstaltung zum Thema „Psychische Belastung am Arbeitsplatz“ in Kaiserslautern.

„Der Erhalt der psychischen und physischen Gesundheit von Beschäftigten ist daher eine der Zukunftsaufgaben der Arbeitsmarktpolitik. Das Credo ‚Gesund im Job‘ muss aber ebenso zur Selbstverständlichkeit einer jeden Unternehmenskultur werden“, forderte Schweitzer.

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Einsatz für die Gesundheit der Beschäftigten forderte auch die bayerische Gesundheits­ministerin Melanie Huml (CSU). „Unternehmen dürfen die betriebliche Gesundheits­förderung nicht als reinen Kostenfaktor sehen. Es handelt sich vielmehr um eine wichtige Investition in die Vitalität des gesamten Betriebs“, sagte sie bei der Veranstaltung „DAK-Dialog“ in München. Dies gelte auch für den Bereich der psychischen Gesundheit.

„Bei arbeitsplatzbedingten psychischen Problemen findet man oft eine Kombination von unterschiedlichen Auslösern wie einer hohen Arbeitsbelastung, einer mangelnden Wertschätzung, und einer fehlenden Selbstfürsorge der Betroffenen“, erläutert Annette Haver vom Berufsverband Deutscher Nervenärzte (BVDN).

Häufig stellten die Betroffenen auch zu hohe Leistungsansprüche an sich selbst und es fehlten entsprechende Bewältigungsstrategien. Der Berufsverband habe daher die Initiative „Coach BVDN“ gegründet, die Unternehmen zum Thema psychische Gesundheit berät. „Nicht selten liegt bei einem Arbeitsplatzproblem auch eine psychiatrische Erkrankung zugrunde und kein Arbeitsplatzkonflikt im engeren Sinne – mit den zwangsläufigen Konsequenzen in der Behandlung“, so Haver. © hil/aerzteblatt.de

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