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„Measles Mary“: Geimpfte Person überträgt Masern

Montag, 14. April 2014

Atlanta – Keine Impfung ist perfekt. In den USA erkrankte eine 22-jährige Frau trotz regelgerechter Impfung an Masern. Sie übertrug das Virus einer Studie in Clinical Infectious Diseases (2014; doi: 10.1093/cid/ciu105) zufolge auf vier Personen, die ebenfalls über eine Immunität verfügten.

Der Vergleich mit „Typhoid Mary“, den Science in einer Meldung zieht, ist sicherlich übertrieben. Die Bezeichnung bezieht sich auf eine Küchenmagd, die als asympto­matische Ausscheiderin von Salmonellen Anfang des 20. Jahrhunderts in den USA in wechselnden Familien 53 Menschen mit Typhus infiziert hat, von denen drei starben.

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„Measles Mary“ hat während eines Masernausbruchs in New York im Jahr 2011 insgesamt nur vier Personen angesteckt, von denen keine starb. Anders als „Typhoid Mary“, die sich Untersuchungen mehrfach entzog, war die Index-Person bereit, sich vom New Yorker Gesundheitsamt untersuchen zu lassen.

Die Theaterangestellte war an Masern erkrankt, obwohl sie als Kind die beiden vorge­sehenen Impfungen mit der MMR-Vakzine erhalten hatte. Solche Impfversager sind selten, aber möglich. Die Wahrscheinlichkeit wird auf unter einem Prozent geschätzt. Bislang ging die Forschung davon aus, dass Menschen mit einer Durchbrucherkrankung nicht ansteckend sind. Die New Yorker Gesundheitsbehörden verzichteten deshalb auf die Anordnung einer Quarantäne, die als Isolierung im Krankenhaus bis zum Abschluss der Erkrankung durchgeführt wird.

Dies sollte sich jedoch als Fehlentscheidung erweisen. Von 88 Kontakten, die das Team um Christopher Zimmerman von den Centers for Disease Control and Prevention in Atlanta später untersuchte, waren vier Personen an Masern erkrankt. Zwei waren als Kind ebenfalls zweimal geimpft worden, bei den anderen beiden zeigte der IgG-Titer an, dass sie ihre Immunität infolge einer Kinderkrankheit erworben hatten. Die Studie lässt den Schluss zu, dass beides, die natürliche und die durch Impfung erworbene Immunität Lücken aufweist.

Die Index-Patientin hatte auf die Masern-Infektion mit einem starken Anstieg der IgM-Antikörper reagiert, wie dies für eine Person ohne Immunschutz der Fall ist. IgG-Antikörper wurden dagegen erst verzögert gebildet. Die Forscher vermuten, dass die Frau niemals immun gegen Masern war, möglicherweise habe ihr Immunsystem Antikörper gebildet, die das Masernvirus erkannten aber nicht neutralisierten.

Bei den vier sekundären Patienten kam es dagegen rasch zu einem Anstieg der IgG-Antikörper. Hier könnte es sich um eine echte Durchbrucherkranknug bei vorhandener Immunität gehandelt haben. In diesem Fall ist das Ansteckungsrisiko weiterer Menschen gering. Unter den 231 Kontakten der vier Sekundär-Fälle gab es laut der Studie keine weitere Erkrankung. © rme/aerzteblatt.de

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