7.677 News Politik

Politik

Weniger Beschwerden von PKV-Versicherten

Mittwoch, 16. April 2014

Berlin – Entgegen anderslautenden Berichten scheinen die Mitglieder der Privaten Krankenversicherung mit ihrer Kasse grundsätzlich zufrieden zu sein. Das legt der Tätigkeitsbericht 2013 des Ombudsmanns Private Kranken- und Pflegeversicherung, Helmut Müller, nahe. Das geht aus einem Bericht hervor, der dem Deutschen Ärzteblatt vorliegt.

PKV-Versicherte können sich über Leistungen ihrer Kasse an zwei Stellen beschweren: Bei der Ombudsstelle, die Helmut Müller bis Ende 2013 geleitet hat, und bei der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin). Seit Einführung des PKV-Om­budsmanns Ende 2001 ist die Beschwerdequote bei der BaFin im Gegenzug gesunken: von 1,18 Eingaben pro 10.000 versicherte Personen im Jahr 2002 auf 0,48 Eingaben pro 10.000 versicherte Personen im Jahr 2012.

Anzeige

Die Beschwerdequote beim PKV-Ombudsmann entwickelte sich mit dessen steigender Bekanntheit von 0,011 Prozent im Jahr 2002 auf 0,017 Prozent im Jahr 2012, das bedeutet, von 1,1 Eingaben pro 10.000 versicherte Personen 2002 auf 2,1 Beschwerden pro 10.000 versicherte Personen im Jahr 2012.

Die Beschwerdequote insgesamt (PKV-Ombudsmann plus BaFin) ist nach Angaben der PKV von 2002 bis 2012 sogar leicht gesunken: von 0,0228 Prozent im Jahr 2002 auf 0,0225 Prozent im Jahr 2012 – es beschweren sich also weniger als drei Versicherte von 10.000.

Helmut Müller weist in seinem Tätigkeitsbericht 2013 daraufhin, dass „die Kenntnisse der Versicherten, was ihren Vertrag angeht, in der Regel nur sehr oberflächlich sind.“ Das Versicherungsprodukt sei für Laien kompliziert und schlecht greifbar. „Die Erfahrung hat gezeigt, dass es dem versicherten Verbraucher schwer fällt, sich mit dem meist für unangenehme Situationen bestimmten Produkt (Tod, Krankheit, Unfall) auseinander zu setzen“, so Müller.

Warnung vor "Pseudomaklern"
Umso wichtiger sei, dass die Versicherungsberater ihren Kunden die gewählten Produkte genau und vor allem verständlich erläuterten. Hier gebe es aber weiterhin Defizite vor allem bei sogenannten Versicherungsmaklern, die auf Provisionsbasis arbeiteten. „Hier fällt weiterhin auf, dass es in diesem Beruf Personen gibt, für die nicht die Beratung und Betreuung der Versicherten, sondern das eigene Provisionsinteresse im Vordergrund des Handelns steht“, so Müller.

Diese „Pseudomakler“ lehnten es in der Regel ab, mit dem Ombudsmann oder den Versicherten zu korrespondieren. „Es liegt im Interesse der Versicherten und nicht zuletzt auch im Interesse der weit überwiegenden Zahl der gut ausgebildeten und verantwortungsbewussten Vermittler, wenn eine einzige und fachkundige Behörde die Aufsicht über Vermittler, zumindest aber über Makler, übernehmen würde“, so Müller. © hil/aerzteblatt.de

Drucken Versenden Teilen
7.677 News Politik

Nachrichten zum Thema

03.04.14
Berlin – Mehr als ein Fünftel der gesetzlich Krankenversicherten hat einer Studie zufolge eine Zusatzversicherung. Verfügten im Jahr 2000 rund zehn Prozent der Versicherten über eine private...
12.03.14
Berlin – Das Geschäft mit privaten Zusatzversicherungen boomt. Darauf hat der Verband der Privaten Krankenversicherung (PKV) heute hingewiesen. Demnach stieg die Zahl entsprechender Zusatzverträge bei...
06.02.14
„Unübersichtlich“ und „inkompetent“: Studie zeigt Schwachstellen von GKV und PKV
Berlin – „Das System der gesetzlichen Krankenversicherung ist hochkomplex und aufgrund zahlloser Reformen intransparent und unübersichtlich. Die Finanzströme sind verworren.“ Das ist eines der Fazits...
03.02.14
Berlin - Der CDU-Gesundheitsexperte Michael Hennrich hat angekündigt, dass sich Union und SPD in dieser Legislaturperiode noch einer Reform von privater Krankenversicherung (PKV) und gesetzlicher...
02.02.14
Berlin – Immer weniger gesetzlich Versicherte wechseln in die private Krankenversicherung (PKV). Die Zahl der Abgänge der gesetzlichen Krankenversicherung in Richtung PKV sank nach Angaben des...
13.01.14
Berlin – Entgegen vielfachen Befürchtungen haben private Krankenversicherungen nach einem Zeitungsbericht ihre Prämien zum Jahresanfang kaum erhöht. Für die meisten der knapp neun Millionen...
18.11.13
Bad Neustadt – Die Rhön Klinikum AG plant die Einführung einer eigenen Gesundheitskarte. In der Ausgabe der Süddeutschen Zeitung vom Montag erklärte Aufsichtsratsvorsitzender und Firmengründer Eugen...

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

Mehr zum Thema


Themen

A
Ä
B
C
D
E
F
G
H
I
K
L
M
N
O
Ö
P
Q
R
S
T
U
Ü
V
W
Y
Z
Suchen

Login

E-Mail

Passwort


Passwort vergessen?

Registrieren

newsletter.aerzteblatt.de

Newsletter

Informieren Sie sich täglich (montags bis freitags) per E-Mail über das aktuelle Geschehen aus der Gesundheitspolitik und der Medizin. Bestellen Sie den kostenfreien Newsletter des Deutschen Ärzteblattes

Immer auf dem Laufenden sein, ohne Informationen hinterher zu rennen: Der tagesaktuelle Newsletter

Aktuelle Kommentare

Archiv

RSS

RSS

Die aktuellsten Meldungen als RSS-Feed. Mit einer geeigneten Software können Sie den Feed abonnieren.

Merkliste

Anzeige
Eingeloggt als

Suchen in