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Weniger Ritalin-Verordnungen durch ADHS-Programm der AOK

Freitag, 25. April 2014

Düsseldorf – Die AOK Rheinland/Hamburg hat eine positive Bilanz ihres Versorgungs­programms für Kinder und Jugendliche mit Aufmerksamkeitsde­fizit-/Hyperak­tivitäts­störung (ADHS) gezogen. Demnach brauchten die am Vertrag beteiligten Kinder deutlich weniger Medikamente. Die Zahl der Fälle, in denen Ärzte eine medikamentöse Behand­lung vornahmen, sank von 43 Prozent im Jahr 2010 auf 32 Prozent im Jahr 2012. Dies entspricht einem Rückgang von rund einem Viertel.

„Die medikamentöse Behandlung von ADHS kann ein sinnvoller und wichtiger Therapiebaustein sein, sie sollte dabei aber immer multimodal erfolgen – also gemeinsam mit anderen Maßnahmen wie etwa Psychotherapie oder Elterntraining“, erklärte Matthias Mohrmann, Vorstandsmitglied der AOK Rheinland/Hamburg. Das AOK-Angebot setze genau hier an.

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„Besonders wichtig ist, dass kein Kind solche Medikamente erhält, bei dem nicht sorgfältig eine entsprechende Diagnose gestellt wurde“, verwies der Kassenvorstand. An dem AOK-Programm nehmen rund 3.000 Patienten im Rheinland teil. Der Kasse zufolge liegt ein Hauptaugenmerk dabei auf der klaren Diagnosestellung, die bei ADHS schwierig und aufwendig sei. Denn die Erkrankung müsse sorgfältig von anderen möglichen Diagnosen abgegrenzt werden.

Wird schließlich ADHS festgestellt, erhalten die betroffenen Kinder und ihre Eltern besondere ärztliche und psychotherapeutische Angebote, die sie im Umgang mit der Erkrankung unterstützen sollen. Neben quartalsweisen Untersuchungen, bei denen sich die teilnehmenden Ärzte viel Zeit für Gespräche nehmen können, gehören hierzu ein Elterntraining und eine Samstagssprechstunde bei Psychotherapeuten.

Die am Programm teilnehmenden Ärzte und Psychotherapeuten haben darüber hinaus eine nachgewiesene Expertise bei der Behandlung von ADHS und verpflichten sich zur Teilnahme an spezifischen Qualitätszirkeln. Leistungen, die im Rahmen des Programms erfolgen, werden den Ärzten außerhalb des eigentlichen Budgets vergütet. Teilnehmen können betroffene Kinder und Jugendliche im Rheinland zwischen 6 und 17 Jahren. In Hamburg existiert ein gleichartiges Angebot. © hil/aerzteblatt.de

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