Politik

Telenotärzte als Ergänzung zum Rettungsdienst sinnvoll

Mittwoch, 7. Mai 2014

Leipzig – Sogenannte Telenotärzte können als zusätzlicher Bestandteil des Rettungs­dienstes die Versorgung deutlich verbessern. Das berichtet die Deutsche Gesellschaft für Anästhesiologie und Intensivmedizin (DGAI). „Die Einbindung eines Telenotarztes ermöglicht eine schnellere und bessere Versorgung der Patienten am Einsatzort“, erklärt Rolf Rossaint, Kongresspräsident des Deutschen Anästhesie­kongresses 2014 in Leipzig und Direktor der Klinik für Anästhesiologie am Universitätsklinikum Aachen.

Ein Grund sei, dass Rettungsassistenten häufig vor dem Notarzt beim Patienten einträfen. Wenn sie schon bei ihrer Ankunft den Rat eines Telenotarztes hinzuzögen, könnten sie die Behandlung früher einleiten. Außerdem könne ein Telenotarzt die Einsätze der Notärzte vor Ort besser koordinieren.

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Die Fachgesellschaft bezieht sich bei ihrer Bewertung auf ein Projekt in Aachen: Dort leistet ein speziell geschulter Telenotarzt dem Rettungsdienstpersonal von einer Leitstelle aus über eine Live-Schaltung Hilfestellung. Wie eine Auswertung verdeutlichte, war die Unterstützung eines Telenotarztes alleine in 280 von insgesamt 401 Einsätzen ausreichend. Andererseits hat der Telenotarzt in 34 Fällen die Notwendigkeit eines Notarztes am Einsatzort erkannt und diesen nachalarmiert.

Telekonsil in der Notfallrettung: Schnelle Expertise am Einsatzort

Das im Raum Aachen genutzte telemedizinische Rettungsassistenzsystem bietet dem Rettungsdienst die Möglichkeit, einen Telenotarzt hinzuzuziehen. Im Münsterland sollen Apps den präklinischen Informationstransfer bei akuten Notfällen älterer Menschen verbessern.

Bei 32 Einsätzen ist ein Notarzt von vornherein parallel ausgerückt. Doch die früher eingetroffenen Rettungsassistenten benötigten sofort ärztliche Beratung, die in der Zwischenzeit über den Telenotarzt erfolgte. In 52 Fällen konnte der Notarzt durch den Telenotarzt abgelöst werden. Er übernahm die weitere Behandlung sowie die Transportbegleitung, so dass der Notarzt für andere lebensbedrohlichere Einsätze wieder einsatzbereit war.

„Durch den zielgerichteten Einsatz sind mehr Notärzte verfügbar“, betont Rossaint. Er weist darauf hin, dass sie „dadurch in erster Linie Patienten in lebensbedrohlichen Situationen versorgen können.“ „Versorgungslücken in der medizinischen Rettungskette können so minimiert werden“, ergänzt Jörg Brokmann, Leiter der Notaufnahme am Universitätsklinikum Aachen.

© hil/aerzteblatt.de

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