Politik

Pflegeberufe fordern konkrete Verbesserungen

Montag, 12. Mai 2014

Berlin – „All den schönen Worten endlich Taten folgen zu lassen“, hat der Bundesver­band Pflegemanagement von der Politik zum heutigen Tag der Pflegenden gefordert. Die Große Koalition habe mehrfach betont, dass das Thema in dieser Legislaturperiode höchste Priorität habe. „Jetzt kommt es darauf an, die Lippenbekenntnisse […]mit Inhalten und vor allem mit konkreten Zielen und Zeitplänen zur Umsetzung zu füllen“, hieß es aus dem Verband.

Eine Umfrage des Meinungsforschungsinstitutes Forsa bei rund 20.000 Bürgern veröffentlichte die Stiftung Zentrum für Qualität in der Pflege (ZQP). Ein Großteil der Deutschen ist danach der Auffassung, Demenzkranke und ihre Angehörigen sollten finanziell stärker unterstützt werden. Dies sei „ein klares Votum dafür, dass uns die Leistung pflegender Angehöriger mehr wert sein muss als dies bisher der Fall ist“, sagte Ralf Suhr, Vorstandsvorsitzender des ZQP.

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Danach gefragt, welche Maßnahmen pflegende Angehörige am meisten entlasteten, nenne die Mehrheit der Personen mit Pflegeerfahrung konkrete Angebote der medizi­nisch-pflegerischen Unterstützung (65 Prozent) und die zeitweise Übernahme der Pflegesituation, zum Beispiel durch eine Verhinderungspflege (65 Prozent). „Die bestehenden Entlastungsangebote können entscheidend zur Qualität in der häuslichen Pflege beitragen. Nur müssen sie vom Gesetzgeber viel stärker als bisher an den Bedürfnissen der pflegenden Angehörigen ausgerichtet werden“, fordert Suhr.

„Die Arbeit der Pflegekräfte wird zu wenig wertgeschätzt"
Die Frustration von Pflegekräften greift unter anderem die Diakonie auf: „Die Arbeit der Pflegekräfte wird zu wenig wertgeschätzt. Die Pflege ist chronisch unterfinanziert“, kritisierte deren Präsident Johannes Stockmeier. Die Menschen, die in der Pflege arbeiteten, die pflegenden Angehörigen und die Menschen, die gepflegt werden, „würden schon sehr lange auf eine Entlastung warten“, betonte er.

Appelle, die Situation von Pflegekräften zu verbessern, kommen auch aus verschie­denen Landesgesundheitsministerien. „Pflegekräften stehen tarifgerechte Löhne und mehr gesellschaftliche Anerkennung zu“, sagte Cornelia Rundt (SPD) aus Niedersachsen.

„Zum Tag der Pflegenden möchte ich mich bei all denen bedanken, die in der Pflege jeden Tag eine wichtige und wertvolle Arbeit leisten“, sagte Berlins Gesundheitssenator Mario Czaja (parteilos). „Wir brauchen dafür mehr und gut motivierte Pflegekräfte, um den Bedarf langfristig auch decken zu können“, betonte er.

Mehr junge Menschen für den Beruf begeistern
„Gerade in einer älter werdenden Gesellschaft brauchen wir engagierte Pflegekräfte. Deshalb muss es uns gemeinsam gelingen, mehr junge Menschen für diesen Beruf zu begeistern. Notwendig ist neben einer angemessenen Bezahlung mehr Personal. Pflegekräfte brauchen Zeit für die Arbeit an den Menschen“, sagte Bayerns Gesundheits- und Pflegeministerin Melanie Huml (CSU).

Auf die Ausbildungssituation in der Pflege ging Gesundheitssenatorin Cornelia Prüfer-Storcks (SPD) aus Hamburg ein. „Wir wollen mit einem Pflegeberufegesetz auf Bundes­ebene ein einheitliches Berufsbild mit einer gemeinsamen Grundausbildung und einer darauf aufbauenden Spezialisierung für die Alten-, Kranken- und Kinderkrankenpflege etablieren. Ich halte das für einen richtigen und wichtigen Weg“, sagte sie. Hamburg setze sich auch dafür ein, dass diese Ausbildung in Zukunft für alle Auszubildenden kostenfrei sei. © hil/aerzteblatt.de

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