Medizin

IQWiG findet für Arthroskopie keine Nutzenbelege

Montag, 12. Mai 2014

Köln – Das Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG) sieht auch nach einer erweiterten Recherche keine Nutzenbelege der therapeutischen Arthros­kopie mit Lavage und gegebenenfalls Debridement zur Therapie der Gonar­throse. Das berichtet das Institut heute in seinem Abschlussbericht zum Thema.

Es bestätigt damit seinen Vorbericht von September 2013. „Unter den aktiven Vergleichs­therapien schnitt lediglich die Injektion von Glukokortikoiden in das Kniegelenk beim Endpunkt ‚globale Bewertung der Symptomatik der Gonarthrose‘ schlechter ab als die Arthroskopie“, berichtet das IQWiG.

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Bei einer therapeutischen Kniegelenk-Arthroskopie wird das Kniegelenk gespiegelt und mit Kochsalzlösung gespült, gegebenenfalls werden auch krankhaft veränderte Menis­kus- oder Knorpelanteile abgetragen oder geglättet. Das soll Schmerzen lindern und die Beweglichkeit verbessern.

In Deutschland erkranken rund 17 Prozent aller Männer und 27 Prozent aller Frauen im Lauf ihres Lebens an Arthrose, vorwiegend in den Hüftgelenken und Kniegelenken. Zu den Risikofaktoren für die Gonarthrose gehören Alter, Geschlecht, genetische Faktoren und Übergewicht.

Das IQWiG hat die Vergleichstherapie mit mehreren anderen Interventionen verglichen, darunter Nichtbehandlung, Scheinbehandlung und aktive Behandlungen ohne Arthros­kopie, zum Beispiel Injektionen von Glukokortikoiden ins Kniegelenk. Endpunkte waren dabei, wie sich diese Behandlungen auf die täglichen Aktivitäten und die Lebensqualität der Betroffenen auswirken. Außerdem verglich das Qualitätsinstitut Veränderungen bei den Symptomstärken und Nebenwirkungen der Therapie. Die Kölner Wissenschaftler bezogen zu dieser Fragestellung elf randomisierte und kontrollierte Studien mit zusammen über 1.000 Patienten ein.

„Ein Nutzen der therapeutischen Arthroskopie im Vergleich zur Scheinoperation und zur Nichtbehandlung ließ sich aus den meisten Studienergebnissen nicht ableiten, und zu möglichen Schäden durch unerwünschte Therapiewirkungen war keine eindeutige Aussage möglich“, berichten die IQWiG-Wissenschaftler.

„Der Nutzen einer Arthroskopie des Kniegelenks zur Behandlung von Gonarthrose ist nicht belegt“, lautet daher das Fazit des IQWiG. © hil/aerzteblatt.de

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