Politik

Wie sich die Demografie auf die Fallzahlen in der Klinik auswirkt

Mittwoch, 14. Mai 2014

Düsseldorf/München – Die Fallzahlen im Krankenhaus sollen laut einer Studie der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Deloitte zusammen mit der Hochschule Rhein-Waal von augenblicklich 19 Millionen jährlich auf 22 Millionen im Jahr 2030 anwachsen. Allerdings betrifft die Steigerung die verschiedenen Regionen und Fachdisziplinen sehr unterschiedlich. Die Länder sollten ihre Bettenpläne daher in Abhängigkeit von der Region und fachspezifisch umstellen, meinen die Studienautoren.

Die Prognose der Fallzahlen und Verweildauer erfolgte im sogenannten Deloitte Health Care Indicator auf der Basis von Diagnosestatistiken des Statistischen Bundesamtes und einer aktuellen Bevölkerungsprognose. „Je nach Diagnose entwickelten sich die Fallzahlen seit 2005 unterschiedlich. Darum wurde für jede Diagnose eine separate Vorhersage berechnet“, heißt es in der Studie.

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Regionale Entwicklungen
Zuwächse von über 15 Prozent bei den Fallzahlen erwartet die Studie in den Bundesländern Bayern, Baden-Württemberg, Schleswig-Holstein, Brandenburg und Berlin. In Sachsen-Anhalt dagegen stagnieren die Fallzahlen nahezu. In Thüringen, Sachsen und Mecklenburg-Vorpommern kommt es zu einem unterdurchschnittlichen Fallzahlenanstieg zwischen fünf und sechs Prozent. Ursache für diese Unterschiede ist laut den Autoren vor allem der Bevölkerungsrückgang in Ostdeutschland.

Entwicklungen in den Fachgruppen
Prozentual gesehen kommt es zu den größten Veränderungen in der Neurologie, Augenheilkunde, Orthopädie, Urologie und Inneren Medizin. Absolut gesehen haben die Innere Medizin und die Chirurgie mit dem größten Fallzahlen Anstieg zu rechnen, nämlich mit zusätzlich 1,38 Millionen Fällen und 652.000 zusätzlichen Fällen im Jahr 2030.

Die Fallzahlen in der Neurologie sollen um 197.000 steigen, in der Urologie um 150.000 und in der Orthopädie um 143.000. Die einzige Disziplin, für welche die Studie im Jahr 2030 einen Fallzahlenrückgang prognostiziert, ist die Frauenheilkunde/Geburtshilfe. Hier erwarten die Autoren einen Rückgang von 4,9 Prozent das bedeutet ein Minus von rund 103.000 Fällen zum Jahr 2030. © hil/aerzteblatt.de

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