Ärzteschaft

Elektronische Gesundheitskarte: Gesundheits­fachberufe fordern mehr Mitsprache

Dienstag, 3. Juni 2014

Berlin – Mehr als 30 Verbände der Gesundheitsfachberufe, Gesundheitshandwerker und weiterer Leistungserbringer im Gesundheitswesen, die im Fachbeirat elektronisches Gesundheitsberuferegister (eGBR) zusammenarbeiten, fordern mehr Mitsprache bei den Abstimmungsprozessen zur Entwicklung einer Telematikinfrastrukur (TI) im Gesundheits­wesen.

In einem Positionspapier, das sie am 22. Mai an Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe übergeben haben, verlangen sie, dass die Möglichkeiten der elektronischen Gesundheitskarte und der elektronischen Heilberufsausweise auch für die Leistungs­erbringer nicht-approbierter Gesundheitsberufe nutzbar gemacht werden sollen.

Anzeige

„Sehr wichtige Bereiche des Gesundheitswesens mit Heil- und Hilfsmittelversorgung, Rehabilitation, ambulanter und stationärer Pflege werden weitgehend ausgeklammert“, kritisieren sie in dem Papier. Nicht-approbierte Leistungserbringer wie Gesundheits­fachberufe und Gesundheitshandwerke, seien, ungeachtet der in den letzten Jahren immer wieder erhobenen Forderungen, bisher nicht in die Abstimmungsprozesse zur TI einbezogen. „Dies entspricht keiner modernen patientenorientierten Gesundheits­versorgung, in der die interdisziplinäre Zusammenarbeit eine zentrale Rolle einnehmen muss.“

Eine effektive, elektronische Kommunikation zwischen allen Leistungserbringern biete über ein verbessertes Einweisungs- und Entlassmanagement hinaus große Potenziale, den aktuellen und zukünftigen Herausforderungen einer integrierten und patientenzentrierten Versorgung adäquat zu begegnen, heißt es weiter.

Ohne die Einbindung der mehr als zwei Millionen betroffenen Berufsangehörigen habe der einzelne Patient/Versicherte auch künftig keine Möglichkeit auf einen effektiven Versorgungs- beziehungsweise Rehabilitationsprozess, der auf seine individuellen Bedürfnisse abgestimmt sei, bemängeln die Verbände.

Vor diesem Hintergrund fordern sie den Gesetzgeber auf, tätig zu werden, um den notwendigen Zugang der Gesundheitsfachberufe und Gesundheitshandwerke zur TI und den damit verbundenen Möglichkeiten sicherzustellen. Es sei unabdingbar, dass die Berufe umgehend bei den Planungen zum Ausbau der TI berücksichtigt und  beteiligt würden.

Das eGBR ist für die Ausgabe von elektronischen Heilberufs- und Berufsausweisen an Angehörige der nicht-ärztlichen Gesundheitsberufe zuständig. Die Ausweise werden künftig für den Zugriff auf Daten und Anwendungen der elektronischen Gesundheitskarte und der darauf aufbauenden TI benötigt. © KBr/aerzteblatt.de

Themen:

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

isnydoc
am Mittwoch, 4. Juni 2014, 10:48

Spruchbeutel-Potential allerorten!

Das "Leuchtturmprojekt" der früheren Rot-grünen Koalition mit Ulla Schmidt glimmt weiter vor sich hin, das "Krümelmonster" als Konterfei tauchte bereits auf e-cards auf. Welche Prominenten werden wir noch darauf begrüßen, um brachliegendes Potenzial zu aktivieren?
5.000 News Ärzteschaft

Nachrichten zum Thema

22.09.16
Digitales Know-how wird Kernkompetenz für medizinische Führungskräfte
Stuttgart – Know-how im Bereich Digitalisierung wird zu einer Kernkompetenz für Führungskräfte im Krankenhaus. Das berichtet die Personalberatung Rochus Mummert Healthcare Consulting nach einer......
22.09.16
Dr. Google wird häufig konsultiert
Bonn – Etwa jeder zweite Deutsche hat schon einmal im Internet nach Informationen zu Krankheiten gesucht. Das gilt sowohl bei leichten Beschwerden als auch bei schweren Krankheiten. Das ist das......
21.09.16
München – Neue Zusatzanwendungen, die die Elektronische Gesundheitskarte (eGK) von ihren Vorläufermodellen unterscheiden sollen, verzögern sich weiter. Nach Angaben der AOK Bayern werden Tests, mit......
19.09.16
Krankenkassen dürfen Anschaffung von Fitness-Trackern unterstützen
Bonn – Der um sich greifende Trend zur Vermessung und ständigen Überwachung des eigenen Körpers hat mittlerweile auch die Krankenkassen und die Aufsichtsbehörden erreicht. Das berichtet das......
16.09.16
Weichen für Telekonsile in der Röntgenbefundung gestellt
Berlin – Laut E-Health-Gesetz sollen ärztliche Telekonsile bei der Befundbeurteilung von Röntgen- und CT-Aufnahmen ab April 2017 vergütet werden. Dafür sind nun die ersten Weichen gestellt:......
15.09.16
Bad Nauheim – Mit knapper Mehrheit hat die Delegiertenversammlung der Landesärztekammer Hessen (LÄKH) die Ausgabe des elektronischen Heilberufsausweises (eHBA) in Hessen beschlossen. Bei 17......
15.09.16
München – Die seit dem Jahr 2001 existierende D2D-Technologie wird im Oktober endgültig von dem Kommunikationskanal KV-Connect abgelöst. KV Telematik und Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV) hatten......

Fachgebiet

Anzeige

Themen suchen

A
Ä
B
C
D
E
F
G
H
I
K
L
M
N
O
Ö
P
Q
R
S
T
U
Ü
V
W
Y
Z
Suchen

Weitere...

Login

Loggen Sie sich auf Mein DÄ ein

E-Mail

Passwort

newsletter.aerzteblatt.de

Newsletter

Informieren Sie sich täglich (montags bis freitags) per E-Mail über das aktuelle Geschehen aus der Gesundheitspolitik und der Medizin. Bestellen Sie den kostenfreien Newsletter des Deutschen Ärzteblattes

Immer auf dem Laufenden sein, ohne Informationen hinterher zu rennen: Der tagesaktuelle Newsletter

Aktuelle Kommentare

Archiv

RSS

RSS

Die aktuellsten Meldungen als RSS-Feed. Mit einer geeigneten Software können Sie den Feed abonnieren.

Anzeige