Ärzteschaft

Kammer warnt vor Beschädigung des Arzt-Patien­ten-Verhältnisses

Mittwoch, 4. Juni 2014

Münster – Für mehr Sachlichkeit und Augenmaß bei den Diskussionen um die Warte­zeiten auf einen Arzttermin und um vermeintliche Behandlungsfehler plädiert die Ärztekammer-Westfalen-Lippe. „Wenn diese Sachverhalte immer wieder vorwurfsvoll aufgebracht werden, um auf die Ärzte einzudreschen, muss man sich nicht wundern, dass die Patienten den Glauben an eine qualitativ hochwertige helfende Behandlung verlieren“, warnte der Kammerpräsident Theodor Windhorst.

Er betonte, jeder Arzt vergebe seine Termine nach Erkrankung und Dringlichkeit und handle dabei nach bestem Wissen und Gewissen. Es sei Unsinn, unterschiedliche Wartezeiten auf einen Arzttermin als Beleg für eine angebliche Zwei-Klassen-Medizin oder einem Profitstreben der Ärzteschaft heranzuführen, so Windhorst.

Anzeige

„Ungehörig“ sind laut dem westfälischen Kammerpräsidenten auch Medienkampagnen wie jüngst die des Medizinischen Dienstes der Krankenkassen (MDK). Dieser hatte Ende Mai eine Statistik über Patientenbeschwerden und Gutachten zu Behandlungsfehlern vorgelegt, nach der die Zahl der Gutachten im vergangenen Jahr um 2.000 auf 14.600 gestiegen sei.

Allerdings blieb dabei unerwähnt, dass zwar die Zahl der Beschwerden gestiegen sei, die Zahl der am Ende bestätigten Behandlungsfehler allerdings sogar um 200 zurück­gegangen sei. „Statt Patienten Angst zu machen, sollte auch der MDK die Fakten im Zusammenhang darstellen. Alle wissen, dass jeder Fehler selbstverständlich einer zu viel ist“, sagte Windhorst.

Er betonte, angesichts der immer größeren Arbeitsbelastung von Ärzten und Klinikperso­nal sei es sehr beachtlich, dass die Fehlerquote nach wie vor so gering sei. In diesem Bereich drohe in der Tat Gefahr: „Die Beschäftigten in den Kliniken müssten dauernd bis ans Limit gehen, ein gefährliches Spiel mit dem Feuer“, warnte Windhorst.

© hil/aerzteblatt.de

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

5.000 News Ärzteschaft

Nachrichten zum Thema

21.09.16
Mainz – Eine Kampagne „Sichere Chirurgie“ hat die Universitätsmedizin Mainz initiiert. Sie soll die Sicherheit des Patienten noch stärker in das Bewusstsein der an OPs beteiligten Ärzte und......
14.09.16
Bonn – 55.000 Euro Schadenersatz müssen zwei Hautärzte zahlen, weil sie einem Patienten nicht den Befund über einen bösartigen Tumor mitgeteilt hat. Auf diesen Vergleich hätten sich die Familie des......
30.08.16
KBV-Versicherten­befragung: Patienten schätzen ihre Ärzte
Berlin – Ein „gutes“ oder „sehr gutes“ Vertrauensverhältnis zu ihrem Arzt haben 91 Prozent der Bürger in Deutschland. 93 Prozent schätzen dessen fachliche Kompetenz als „gut“ oder „sehr gut“ ein.......
29.08.16
Berlin – Nach dem Tod mehrerer Patienten in einer alternativen Krebsklinik am Niederrhein werden Forderungen laut, homöopathische Therapien auf den Prüfstand zu stellen und über die......
26.08.16
Mönchengladbach – Nach dem Tod von drei Patienten eines alternativen Krebs-Therapiezentrums konzentrieren sich die Ermittler auf den Behandlungswirkstoff „3-Bromopyruvat“. „Es gibt die Arbeitsthese,......
19.08.16
Henke: Heilpraktikergesetz überdenken
Krefeld/Berlin – Knapp einen Monat nach dem Tod mehrerer Patienten eines alternativen Krebszentrums am Niederrhein sind die Dimensionen des Falles weiter unklar. Der Präsident der Ärztekammer......
15.08.16
Termin­servicestellen: Interesse bislang gering
Berlin – Die neuen Terminservicestellen der Kassenärztlichen Vereinigungen stoßen bislang offenbar auf wenig Resonanz. In den ersten sechs Monaten seien bundesweit hochgerechnet rund 61.000 Termine......

Fachgebiet

Anzeige

Themen suchen

A
Ä
B
C
D
E
F
G
H
I
K
L
M
N
O
Ö
P
Q
R
S
T
U
Ü
V
W
Y
Z
Suchen

Weitere...

Login

Loggen Sie sich auf Mein DÄ ein

E-Mail

Passwort

newsletter.aerzteblatt.de

Newsletter

Informieren Sie sich täglich (montags bis freitags) per E-Mail über das aktuelle Geschehen aus der Gesundheitspolitik und der Medizin. Bestellen Sie den kostenfreien Newsletter des Deutschen Ärzteblattes

Immer auf dem Laufenden sein, ohne Informationen hinterher zu rennen: Der tagesaktuelle Newsletter

Aktuelle Kommentare

Archiv

RSS

RSS

Die aktuellsten Meldungen als RSS-Feed. Mit einer geeigneten Software können Sie den Feed abonnieren.

Anzeige