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Krebsrisiko durch Röntgen­untersuchungen bei Kleinkindern

Mittwoch, 11. Juni 2014

Durham – Die häufigen Röntgenunter­suchungen, die bei Kindern mit ange­borenen Herzfehlern notwendig werden, erhöhen das Risiko auf spätere Krebserkrankungen. US-Kardiologen veröffentlichen hierzu in Circulation (2014: doi: 10.1161/​CIRCULATIONAHA.113.005425) erstmals Berechnungen.

Das Gewebe des wachsenden Körpers gilt als besonders strahlensensibel, weshalb Radiologen zum zurück­haltenden Einsatz von Röntgenunter­suchungen bei Kindern raten. Die Bedenken betreffen vor allem die Kinderherzchirurgie, wo besonders viele Untersuchungen durchgeführt werden.

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Bei den 337 Kindern, deren Daten Kevin Hill vom Duke Clinical Research Institute in Durham ausgewertet hat, wurden innerhalb von 15 Jahren im Durchschnitt 17 Unter­suchungen durchgeführt. Darunter waren konventionelle Röntgenübersichtsaufnahmen, aber auch Computertomographien und Durchleuchtungen während einer Herzkatheter­untersuchung.

Hill hat unter Verwendung von Phantomen in der Größe der Kinder die Strahlen­belastung ausgerechnet und dann das Lebenszeitrisiko (lifetime attributable risk, LAR) auf eine Krebserkrankung geschätzt. Die kumulative Strahlenbelastung für die Kinder betrug im Mittel 2,7 mSv, was in den USA in etwa der natürlichen Strahlenbelastung innerhalb eines Jahres entspricht.

Die Strahlenbelastung der einzelnen Kinder variierte von 0,1 bis 76,9 mSv. Die Unterschiede erklären sich vor allem dadurch, dass neben konventionellen Röntgen­untersuchungen, die mit einer geringen Strahlenbelastung einhergehen, immer wieder Computertomographien und Herzkatheteruntersuchungen mit längeren Durch­leuchtungszeiten eingesetzt werden.

Die LAR für eine konventionelle Röntgenuntersuchung beträgt laut Hill gerade einmal 0,002 Prozent. Da auf die Bildgebung 92 Prozent aller Untersuchungen entfallen, sind die Bedenken gering. Jede Computertomograpie und jede Herzkatheteruntersuchung erhöht die LAR dagegen um 0,4 Prozent. Diese Untersuchungen werden relativ selten durchgeführt (Anteil 8 Prozent). Sie waren aber für 81 Prozent der Strahlenbelastung verantwortlich.

Werden sie mehrfach bei einem Kind durchgeführt, summieren sich die LAR. Bei einem Kind errechneten die Forscher eine LAR von 6,5 Prozent. Dieser Wert muss dann zu dem übrigen Lebenszeitkrebsrisiko addiert werden (das für Männer in Deutschland 47 Prozent und für Frauen 38 Prozent beträgt).

Die Indikation für komplexe Computertomograpien oder Herzkatheteruntersuchungen sollte deshalb bei den Kindern zurückhaltend gestellt werden, rät Hill den Kardio­chirurgen. Bei jedem Patienten müssen allerdings Nutzen und Risiken gegeneinander abgewogen werden. Bei der Herzchirurgie kann dies bedeuten, dass eine Untersuchung mit hoher Strahlenbelastung am Ende doch notwendig wird.

Bedacht werden muss auch, dass Mädchen ein doppelt so hohes Risiko haben wie Jungen, da sie häufiger an Schilddrüsenkrebs und Brustkrebs erkranken. Beide Organe liegen im Strahlenfeld der in der Kardiochirurgie durchgeführten Röntgen­untersuchungen.

© rme/aerzteblatt.de

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