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Biomarker erleichtern Mesotheliom-Diagnose

Mittwoch, 11. Juni 2014

Kopenhagen – Die Diagnose von malignen Mesotheliomen könnte künftig durch die Analyse von vier verschiedenen Biomarkern leichter werden. In The Journal of Molecular Diagnostics berichten Eric Santoni-Rugiu und seine Arbeitsgruppe vom Rigshospitalet (Copenhagen University Hospital) über entsprechende Ergebnisse (http://dx.doi.org/10.1016/j.jmoldx.2014.03.002).

Maligne pleurale Mesotheliome sind eine typische Folgeerkrankung einer Asbest­exposition. Differenzialdiagnostisch sind sie von den reaktiven nicht-malignen Pleura­proliferationen zu unterscheiden. Diese können beispielsweise nach Entzündungen oder einem Pneumothorax auftreten.

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Selbst nach Biopsie der malignomverdächtigen Herde und mikroskopischer Beurteilung gelingt eine Unterscheidung zwischen Karzinom und benigner Läsion nicht immer. Bio­marker innerhalb des Tumorgewebes könnten daher wichtige Unterscheidungshinweise liefern.

Die Forscher beurteilten für ihre Untersuchung 40 gesicherte Karzinomproben und 14 nicht-kanzeröse Pleuraproben der selben Patienten. Weitere zwölf präoperative Proben unbekannter Dignität und fünf gesicherte benigne Pleuraproliferate konnten sie zusätz­lich untersuchen.

742 verschiedene microRNAs isolierten die Forscher aus dem Tumormaterial. Die vier miRNAs miR-126, miR-143, miR-145 und miR-652 konnten sie als vielversprechende Kandidaten für eine weitere Analyse identifizieren. Die Expression dieser vier Moleküle war in den Tumorproben gegenüber dem gesunden Gewebe deutlich herunter reguliert. Die Dignität der Proben konnten die Wissenschaftler durch die Biomarker mit einer Sensitivität von 95 Prozent, einer Spezifität von 93 Prozent und einer Gesamtgenauigkeit von 94 Prozent bestimmen.

Die Wissenschaftler hoffen mit den Biomarkern, die Differenzialdiagnostik von Pleura­veränderungen zu erleichtern. Die von der International Mesothelioma Interest Group geforderte Sensitivität und Spezifität eines Biomarkes von mindestens 80 Prozent würde jedenfalls erreicht. Eventuell könnten immunhistochemische Methoden die Genauigkeit der Marker weiter verbessern, meinen die Forscher. © hil/aerzteblatt.de

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