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Thiaziddiuretika: Elektrolyt- und Nierenstörungen bei Senioren häufig

Mittwoch, 18. Juni 2014

Dallas – Jeder achte Patient über 65 Jahre, der zur Behandlung einer arteriellen Hyper­tonie erstmals mit einem Thiaziddiuretikum behandelt wurde, entwickelte in einer Kohor­tenstudie im Journal of the American Geriatrics Society 2014; 1039–1045) in den ersten neun Monaten eine Elektrolyt- oder Nierenfunktionsstörung.

Hypokaliämie und Hyponatriämie sowie eine Verschlechterung der Nierenfunktion sind bekannte Nebenwirkungen von Thiaziddiuretika, die möglicherweise bei älteren Patienten zu wenig beachtet werden. Diese Ansicht vertritt Anil Makam vom UT Southwestern Medical Center, der die Daten von mehr als 1.000 US-Veteranen ausgewertet hat, denen die Ärzte erstmals ein Thiaziddiuretikum verschrieben hatten. Gerade einmal bei 42 Prozent der Patienten war in den ersten 90 Tagen eine Laborkontrolle von Elektrolyten oder Nierenfunktion vorgenommen worden.

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Dabei kam es bei 14,3 Prozent der Neuanwender des Thiaziddiuretikums in den ersten neun Monaten zu einem Abfall des Natriumwerts auf unter 135 mmol/l, einem Abfall des Kaliumwerts auf unter 3,5 mmol/l oder einem Rückgang der glomerulären Filtrationsrate um mehr als 25 Prozent.

In einer Vergleichsgruppe gleichaltriger Senioren ohne arterielle Hypertonie, denen kein Thiaziddiuretikum verordnet wurde, hatten nur 6,0 Prozent eine derartige Störung. Damit kommt auf 12 Senioren, bei denen eine Therapie mit Thiaziden begonnen wird, einer mit einer Elektrolyt- oder Nierenfunktionsstörung (Number Needed to Harm). Makam rät dringend, bei älteren Patienten unter einer Thiazidtherapie die Laborwerte regelmäßig zu kontrollieren. © rme/aerzteblatt.de

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