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Zwei Staatsanwaltschaften ermitteln gegen Ex-Chefarzt der Göttinger Uniklinik

Montag, 23. Juni 2014

Köln/Göttingen – Während in Göttingen ein Strafprozess läuft gegen einen Leber­chirurgen im Zusammenhang mit möglicher Manipulation der Warteliste zur Organtransplantation und falschen Indikationsstellungen zur Lebertransplantation, werden immer mehr Einzelheiten über staatsanwaltschaftliche Ermittlungen gegen einen früheren Kollegen des Angeklagten bekannt, der ebenfalls eine führende Position hatte: den ehemaligen Leiter der Klinik für Gastroenterologie.

Die Staatsanwaltschaft Göttingen ermittelt gegen den Gastroenterologen wegen fahrlässiger Körperverletzung mit Todesfolge, bestätigte ein Sprecher gegenüber dem Deutschen Ärzteblatt. Das hatte das Nachrichtenmagazin Der Spiegel gemeldet. „Diese Ermittlungen laufen seit etwa einem Jahr“, sagte Andreas Buick von der Staatsan­waltschaft Göttingen. Es gehe dabei um einen wegen einer Krebserkrankung operierten Patienten, den der Professor gegen den Rat ärztlicher Kollegen als geheilt entlassen habe. Der Mann sei später an den Folgen der Tumorerkrankung gestorben.

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„Wir haben vor kurzem eine Erwiederung der Verteidigung des ehemaligen Chefarztes erhalten auf die von uns vorgelegten Gutachten und wir werden jetzt auf Basis einer weiteren Befragung unserer Gutachter prüfen, ob wir hinreichenden Tatverdacht für eine Anklage sehen“, so der Sprecher. Auch die Staatsanwaltschaft Braunschweig ermittelt gegen den ehemaligen Chefarzt der Gastroenterologie. Er hat derzeit Dienstverbot an der Universitätsmedizin Göttingen.

Der Gastroenterologe hat mit dem derzeit vor Gericht stehenden angeklagten Chirurgen zusammengearbeitet und soll möglicherweise in die vorgeworfenen Taten verwickelt gewesen sein. Auch die Staatsanwaltschaft Braunschweig sieht falsche Indikations­stellungen und wertet diese als Körperverletzung mit Todesfolge, bei den mutmaßlichen Manipulationen der Warteliste sieht sie versuchten Totschlag, weil dringlichere Patienten auf der Warteliste benachteiligt und als Folge möglicherweise gestorben seien. Der Prozess hat im August 2013 begonnen. Ein Urteil wird für Oktober diesen Jahres erwartet. © nsi/aerzteblatt.de

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