Politik

Immer mehr Frauen lassen Eizellen einfrieren

Montag, 30. Juni 2014

Frankfurt – Immer mehr Frauen in Deutschland lassen  Eizellen einfrieren, weil sie aus Gründen der Lebensplanung erst später Kinder bekommen möchten. Die Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung berichtete unter Berufung auf den Bundesverband Repro­duktionsmedizinischer Zentren, dass die Zahl solcher Frauen im Jahr 2013 in den meisten dazu ausgestatteten Praxen zwar einstellig oder im niedrigen zweistelligen Bereich liege, aber gegenüber dem Vorjahr zugenommen habe. Beim Marktführer, einem Münchner Kinderwunschzentrum, ließen dagegen 2013 etwa 300 Frauen ihre Eizellen einfrieren; im Jahr zuvor waren es 100.

Die Zeitung zitiert den Chefarzt der Münchner Einrichtung, Jörg Puchta, mit der Ein­schätzung, dass das sogenannte Social Freezing „den gleichen Stellenwert erhalten wird wie die herkömmliche künstliche Befruchtung, die ja anfangs auch angefeindet wurde“.

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Skeptisch äußerte sich dagegen der Vorsitzende des Bundesverbands Reproduktions­medizinischer Zentren, Ulrich Hilling. „Ich bin nicht ganz so glücklich, wenn die Repro­duktionsmedizin zu einer Art Schönheitschirurgie wird“, zitiert ihn die Zeitung. Es gebe bei dieser Behandlung auch gesundheitliche Risiken. Dabei liege anders als bei der künstlichen Befruchtung „ja oft nicht einmal ein konkreter Kinderwunsch vor“.

Auch der Erlanger Gynäkologe Andreas Hammel sagte der Zeitung, viele Frauen kämen erst im Alter von 35 Jahren; wegen ihrer schon eingeschränkten Fruchtbarkeit müssten sie dann viel Geld ausgeben, um sehr wenige Eizellen zu gewinnen. Ärzte müssten sich daher fragen, ob es seriös sei, die Nachfrage künstlich zu schüren. © kna/aerzteblatt.de

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