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Intraoperative Bestrahlung bei Brustkrebs in Bonn

Donnerstag, 10. Juli 2014

Bonn – Ärzte des Brustzentrums am Universitätsklinikum Bonn haben zum ersten Mal in ihrem Zentrum eine Patientin während der Operation bestrahlt. Die intraoperative Radiotherapie (IORT) bei Brustkrebs kann die anschließende Strahlentherapie verkür­zen und entlastet so die Patientin. „Wir freuen uns, durch die Initiierung der IORT beim Mammakarzinom an unserem Brustzentrum dieses junge Therapiekonzept Betroffenen aus dem Großraum Bonn anbieten zu können“, sagte Walther Kuhn, Direktor der Frauenklinik am Universitätsklinikum Bonn.

Eine sechs Wochen dauernde Strahlentherapie nach der Operation ist Standard, sie soll die in der Brust verbliebenen Resttumorzellen zerstören. Ziel ist es, das Rückfallrisiko zu senken. Neben einer vollständigen Bestrahlung der Brust wird dabei der Bereich, aus dem der Tumor entfernt wurde, bis zu acht Mal mit einer erhöhten Dosis von außen bestrahlt.

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Die IORT kann diesen sogenannten Boost ersetzen. Dazu bringt der Strahlentherapeut den Strahlenkopf direkt in die Wundhöhle ein, nachdem der Operateur das Tumor­gewebe entfernt hat. „Mit einer etwas längeren Operation können wir unseren Patien­tinnen etwa zwei Wochen Nachbestrahlung ersparen“, erläuterte Hans Schild, Direktor der Radiologischen Klinik des Universitätsklinikums Bonn.

Die IORT bietet die Option, auf die Bestrahlung der Brust von außen nach der Operation möglicherweise komplett zu verzichten. Bisher ist dies aber nur im Rahmen von Studien möglich.

„Wichtig ist die sorgfältige Auswahl von Betroffenen, für die dieses Verfahren infrage kommt. Hierfür sind eine gezielte Erhebung der Krankengeschichte, der Begleit­erkrankungen und vor allem eine exakte Diagnostik im Vorfeld der Operation erfor­derlich“, sagt Christina Kaiser, Fachärztin für Frauenheilkunde an der Frauenklinik des Universitätsklinikums Bonn. © hil/aerzteblatt.de

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