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Typ 1-Diabetes: Microchip auf Antikörper erlaubt Schnelltest

Mittwoch, 16. Juli 2014

Stanford – US-Forscher haben eine Methode für den Nachweis von Antikörpern gegen Insulin und andere Inselzell-Antigene entwickelt, die Auslöser des Typ 1-Diabetes sind. Der in Nature Medicine (2014; doi: 10.1038/nm.3619) vorgestellte Schnelltest könnte die zunehmend schwierigere Unterscheidung vom Typ 2-Diabetes erleichtern.

Die Zeiten, in denen das Alter der Patienten ein sicheres Kriterium für die Differenzial­diagnose der beiden wichtigsten Diabetesformen war, gehören der Vergangenheit an. Adipositas und Bewegungsmangel haben dazu geführt, dass zunehmend Jugendliche und junge Erwachsene am Typ 2-Diabetes erkranken, der Typ 1-Diabetes wiederum manifestiert sich in jedem fünften Fall erst im Erwachsenenalter.

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Im Zweifelsfall helfen Tests auf Antikörper gegen Insulin, Glutamat-Decarboxylase (GAD65) oder das Insel-Antigen-2 (IA2), die nur beim Typ 1-Diabetes auftreten. Ihre Konzentration im Blut ist jedoch gering und ein sicherer Nachweis war bisher nur mittels Radioimmunoassay (RIA) möglich. Der technische Aufwand für den Test ist jedoch hoch und ein Ergebnis des Speziallabors liegt in der Regel erst nach mehreren Tagen vor.

Dies könnte sich durch die Entwicklung eines neuen Tests ändern, den ein Team um Brian Feldman von der Stanford Universität entwickelt hat. Der Test weist die Antikörper mittels einer Fluoreszenz-Methode nach, die durch eine spezielle Beschichtung des Chips mit Goldpartikeln im Nanobereich verstärkt werden. Anders als der RIA kommt der Test ohne radioaktive Isotope aus. Das Ergebnis soll innerhalb von wenigen Minuten vorliegen.

Die Kosten für die Herstellung eines Chips, der für etwa 15 Tests verwendet werden kann, sollen sich im Bereich von 20 US-Dollar bewegen. Sollte die Firma, die die Forscher inzwischen gegründet haben, den Test tatsächlich zur Marktreife bringen, wäre er nicht nur zur Differenzialdiagnose interessant. Er könnte auch zum Screening von Kindern genutzt werden, die beispielsweise aufgrund einer positiven Familienanamnese ein erhöhtes Typ 1-Diabetesrisiko haben.

Jüngere Forschungsergebnisse zeigen, dass die Antikörper der Manifestation des Diabetes um Jahre vorausgehen und die Forschung sucht derzeit intensiv nach Therapien, die den drohenden Untergang der Insulin-produzierenden Beta-Zellen aufhalten könnten. © rme/aerzteblatt.de

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