Politik

Hörhilfen: Genauere Vorgaben für ärztliche Verordnung

Freitag, 18. Juli 2014

Berlin – Weil die Ursache eines Hörverlusts grundsätzlich abzuklären ist, bevor Hörhilfen zum Einsatz kommen, gilt für die erste Indikationsstellung der sogenannte Arztvorbehalt. Für sich anschließende Abgaben von Hörhilfen hat der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) gestern festgelegt, in welchen Fällen erneut eine fachärztliche Diagnose oder Therapieentscheidung Voraussetzung ist und in welchen nicht. Mit diesem Beschluss präzisiert der G-BA auf Wunsch des Bundesgesundheitsministeriums (BMG) zugleich, wann eine fachärztliche Verordnung von Hörhilfen für die Kostenübernahme zulasten der gesetzlichen Krankenversicherung erforderlich ist.

„Es ist im Sinne der Patientinnen und Patienten, in bestimmten Fallkonstellationen auch bei einer Folgeversorgung mit Hörhilfen die fachärztliche Expertise verpflichtend vorzusehen“, sagte Josef Hecken, unparteiischer Vorsitzender des G-BA. „Medizinisch geboten ist dies aus Sicht des G-BA beispielsweise auch bei der Hörgeräteversorgung von Kindern und Jugendlichen bis zur Vollendung des 18. Lebensjahres oder bei neu aufgetretenem Tinnitus.“

Anzeige

In sämtlichen nicht ausdrücklich genannten Fallkonstellationen hält der G-BA eine ärztliche Folgeverordnung nicht für zwingend. Sie könne dann auch von Hörgeräte­akustikern vorgenommen werden. „Jedem Patienten ist es aber unbenommen, zum Arzt zu gehen“, stellte Hecken klar. Der Beschluss wird noch routinemäßig vom BMG geprüft. © EB/Rie/aerzteblatt.de

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

5.000 News Politik

Nachrichten zum Thema

02.12.16
Berlin – Der Erfolg einer Hörgeräteversorgung wird künftig auch durch den Freiburger Einsilbertest mit Störgeräuschen überprüft. Das hat der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) beschlossen und die......
01.12.16
BGH: Händler dürfen Patienten die Zuzahlung erlassen
Karlsruhe – Krankenversicherte dürfen auf Preisnachlässe bei medizinischen Hilfsmitteln wie Schuheinlagen, Blutzuckertests oder Hörgeräten hoffen. Ein Grundsatzurteil erlaubt es den Händlern solcher......
28.11.16
Bundesärztekammer fordert Klarstellungen bei Blan­ko­verordnungen
Berlin – Die Bundesärztekammer (BÄK) verlangt Klarstellungen bei den sogenannten Blankoverordnungen im Rahmen des Heil- und Hilfsmittelgesetzes. Sie schließt sich damit einer Einschätzung der......
25.11.16
Blankorezepte für Heilmittel: KBV fordert Beteiligung der Ärzte
Berlin – Die Ärzteschaft muss an der geplanten flächendeckenden Erprobung von Blankorezepten für Heilmittel zwingend beteiligt werden. Dass dies nicht im Gesetzentwurf für ein Heil- und......
24.11.16
Selbsthilfe und Kassen streiten über Inkontinenzprodukte
Berlin – Streit um das sogenannte Hilfsmittelverzeichnis gibt es zwischen der Selbsthilfe und dem GKV-Spitzenverband (GKV-SV): Der Selbsthilfeverband Inkontinenz wirft dem Kassenverband vor, in das......
15.11.16
Berlin – Die Heilmittelerbringer sollten nach Ansicht der Fraktion Bündnis 90/Die Grünen mehr Kompetenzen erhalten. In einem Antrag der Abgeordneten heißt es, die im Gesetzentwurf zur „Stärkung der......
11.11.16
Berlin – Das Heil- und Hilfsmittelversorgungsgesetz (HHVG) ist gestern Nacht in 1. Lesung ohne Aussprache – die Reden wurden zu Protokoll gegeben – im Bundestag an den Gesundheitsausschuss überwiesen......

Fachgebiet

Anzeige

Themen suchen

A
Ä
B
C
D
E
F
G
H
I
K
L
M
N
O
Ö
P
Q
R
S
T
U
Ü
V
W
Y
Z
Suchen

Weitere...

Login

Loggen Sie sich auf Mein DÄ ein

E-Mail

Passwort

newsletter.aerzteblatt.de

Newsletter

Informieren Sie sich täglich (montags bis freitags) per E-Mail über das aktuelle Geschehen aus der Gesundheitspolitik und der Medizin. Bestellen Sie den kostenfreien Newsletter des Deutschen Ärzteblattes

Immer auf dem Laufenden sein, ohne Informationen hinterher zu rennen: Der tagesaktuelle Newsletter

Aktuelle Kommentare

Archiv

RSS

RSS

Die aktuellsten Meldungen als RSS-Feed. Mit einer geeigneten Software können Sie den Feed abonnieren.

Anzeige