Medizin

Auch kurzes Joggen nutzt der Gesundheit

Mittwoch, 30. Juli 2014

Ames – Möglicherweise ist es überhaupt nicht notwendig, ein umfangreiches Sportpro­gramm zu absolvieren, um etwas für seine Gesundheit zu tun.Bereits fünf bis zehn Minuten tägliches Joggen bei langsamer Geschwindigkeit verringert laut einer Studie der Iowa State University das Risiko für Herz- und Kreislauf-Erkrankungen signifikant. Die Arbeitsgruppe um Duck-Chul Lee veröffentlichte ihre Ergebnisse im Journal of the American College of Cardiology (http://dx.doi.org/10.1016/j.jacc.2014.04.058).

Die WHO empfiehlt 150 Minuten leichte körperliche Betätigung pro Woche oder 75 Minuten intensiven Sport. Dieses Pensum empfinden jedoch nicht alle Menschen als umsetzbar und üben im ungünstigsten Fall gar keinen Sport aus, befürchten die Wissenschaftler.

Anzeige

Ob möglicherweise nicht auch ein geringeres Pensum bereits nachweisbare Vorteile für die Gesundheit bringt, sei jedoch unsicher. Besonders das Joggen in moderater Intensität werde häufig von Ärzten empfohlen. Die Arbeitsgruppe untersuchte in ihrer Studie daher den Zusammenhang zwischen Laufpensum und der Mortalität der Teilnehmer.

Die Forscher schlossen insgesamt 55.137 Teilnehmer im Alter zwischen 18 und 100 Jahren in die Studie ein und verfolgten die Kohorte über 15 Jahre. Die Daten stammten aus Befragungen, die im Rahmen der Aerobics Center Longitudinal Study erhoben wurden. Etwa 24 Prozent der Teilnehmer gaben an, regelmäßige Läufer zu sein.

Es ereigneten sich während der Beobachtungszeit 3.413 Todesfälle, von denen 1.217 kardiovaskulär bedingt waren. Verglichen mit den Nicht-Läufern hatten die Läufer ein um 30 Prozent geringeres Mortalitätsrisiko und ein 45 Prozent geringeres Risiko, an einer kardiovaskulären Erkrankung zu versterben. Im Durchschnitt lebten die Läufer drei Jahre länger als die Vergleichsgruppe.

Die gesundheitlichen Vorteile hingen jedoch nicht von der gelaufenen Strecke, Zeit oder Geschwindigkeit ab, sondern nur davon ob die Teilnehmer überhaupt liefen. Selbst Läufer, die wöchentlich unter 51 Minuten, unter sechs Kilometer oder langsamer als sechs km/h liefen, profitierten im selben Maße von der sportlichen Betätigung, verglichen mit den Nicht-Läufern.

Die Forscher schließen aus ihrer Studie, dass selbst fünf bis zehn Minuten täglich ausreichen könnten, um gesünder und länger zu leben. Diese Einstiegshürde für körperliche Betätigung sei gerade für unsportliche Leute leichter überwindbar und in einem zeitlich vertretbaren Rahmen möglich, so die Meinung der Wissenschaftler. © rme/aerzteblatt.de

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

5.000 News Medizin

Nachrichten zum Thema

21.09.16
Leichter Sport im mittleren Lebensalter erhält kognitive Funktion
Helsinki – Wer sich im mittleren Lebensalter regelmäßig bewegt, kann sich im hohen Alter über eine bessere kognitive Leistung freuen. Dies berichten Wissenschaftler um Paula Iso-Markku an der......
16.09.16
Frühe Menopause erhöht Herz-Kreis­lauf-Risiko
Rotterdam – Ein frühes Einsetzen der Wechseljahre erhöht bei Frauen das Risiko auf Herz-Kreislauf-Erkrankungen (mit der Ausnahme von Schlaganfällen) und einen vorzeitigen Tod. Dies kam in einer......
16.09.16
Kansas City – Die Behandlung mit Semaglutid, einem noch nicht zugelassenen GLP-1-Agonisten mit verlängerter Wirkdauer, hat in einer sogenannten Endpunktstudie die Zahl der kardiovaskulären Ereignisse......
08.09.16
Neue Gerinnungshemmer nicht ohne Blutungsrisiko
Köln – Patienten, die direkte orale Antikoagulanzien (DOAK) einnehmen, stellen in der traumatologischen Notaufnahme eine Herausforderung dar. Zwar ist die Blutungsgefahr nach der Einnahme dieser......
06.09.16
Längere Sportpause verschlechtert Durchblutung im Hippocampus
College Park – Sportler im mittleren bis hohen Alter zeigen bei einer längeren Sportpause eine Verschlechterung ihrer Hippocampusdurchblutung. In Frontiers in Aging Neuroscience berichtet die......
31.08.16
Studie: Kernspin vermeidet unnötige Herzkatheter­untersuchungen
Leeds – Die Frage, welche Patienten mit Angina pectoris eine perkutane koronare Intervention (PCI) benötigen, konnte in einer randomisierten klinischen Studie im US-amerikanischen Ärzteblatt (JAMA......
30.08.16
Köln – Patienten mit einer koronaren Herzkrankheit (KHK), bei denen eine Gefäßerweiterung mittels perkutaner koronarer Intervention (PCI) vorgesehen ist, profitieren von einer Messung der myokardialen......

Fachgebiet

Anzeige

Themen suchen

A
Ä
B
C
D
E
F
G
H
I
K
L
M
N
O
Ö
P
Q
R
S
T
U
Ü
V
W
Y
Z
Suchen

Weitere...

Login

Loggen Sie sich auf Mein DÄ ein

E-Mail

Passwort

newsletter.aerzteblatt.de

Newsletter

Informieren Sie sich täglich (montags bis freitags) per E-Mail über das aktuelle Geschehen aus der Gesundheitspolitik und der Medizin. Bestellen Sie den kostenfreien Newsletter des Deutschen Ärzteblattes

Immer auf dem Laufenden sein, ohne Informationen hinterher zu rennen: Der tagesaktuelle Newsletter

Aktuelle Kommentare

Archiv

RSS

RSS

Die aktuellsten Meldungen als RSS-Feed. Mit einer geeigneten Software können Sie den Feed abonnieren.

Anzeige