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Studie: Auf Alkoholprobleme folgen häufig Gedächtnisstörungen

Mittwoch, 30. Juli 2014

Exeter – Die Teilnehmer einer US-Studie, die im mittleren Lebensalter einen problema­tischen Alkoholkonsum angegeben hatten, zeigten im höheren Alter vermehrt Gedächtnisstörungen. Auch das Demenzrisiko könnte der Publikation im American Journal of Geriatric Psychiatry (2014; doi: 10.1016/j.jagp.2014.06.001) zufolge erhöht sein.

Den etwa 6.500 Teilnehmern der Health and Retirement Study waren 1992 im Alter zwischen 50 und 60 Jahren die bekannten vier CAGE-Fragen gestellt worden. Ob sie jemals daran gedacht hätten, weniger zu trinken (C - Cut down), ob sie sich schon einmal über die Kritik anderer an ihrem Trinkverhalten geärgert hätten (A - Annoying), ob sie sich jemals wegen Ihres Trinkens schuldig gefühlt hätten (G - Guilty) und ob Alkohol ihnen manchmal den Start in den Tag erleichtere (E - Eye opener), wollten die Untersucher wissen. Wie allen Ärzten bekannt ist, zeigt bereits eine positive Antwort einen problematischen Alkoholkonsum an.

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Das Team um Iain Lang von der Universität Exeter hat die Antworten mit den Ergebnissen in einer Reihe von kognitiven Tests in Beziehung gesetzt, die bei den gleichen Teilnehmern in den Folgejahren durchgeführt wurden. Die jetzt vorgestellte Analyse ergab, dass Teilnehmer mit einem problematischen Alkoholkonsum in den folgenden 19 Jahren doppelt so häufig schlechtere Ergebnisse in einfachen Gedächtnisstests erzielten, in denen sie sich beispielsweise mehrere Worte merken sollten.

Die Odds Ratio von 2,21 war bei einem 95-Prozent-Konfidenzintervall von 1,27 bis 3,85 statistisch signifikant und deshalb über methodische Zweifel erhaben. Auch im „Telephone Interview for Cognitive Status“, einer Variante des Ärzten geläufigen Mini-Mental-Status-Tests hatten die Teilnehmer mit Alkoholproblemen in der Vergangenheit größere Schwierigkeiten. Die Odds Ratio von 1,80 verpasste bei einem 95-Prozent-Konfidenzintervall von 0,97 bis 3,33 zwar das Signifikanzniveau. Zusammen mit den Defiziten in den Gedächtnistests geht Lang dennoch davon aus, dass sich die Folgen des (vermutlich) langjährigen Alkoholkonsums auch hier auswirken.

Die pathogenetischen Mechanismen sind seit langem bekannt. Ein exzessiver Alkoholkonsum führt zum Absterben von Nervenzellen, was in einer Verminderung der weißen und grauen Hirnsubstanz sichtbar wird. Alkohol stört den Glukosestoffwechsel und greift in verschiedene Neurotransmittersysteme sein. Auch Kopfverletzungen, Leberfunktionsstörungen und Ernährungsdefizite haben negative Auswirkungen auf die Hirnfunktion.

Ein Vitamin B1-Mangel kann eine Wernicke-Enzephalopathie mit Verwirrung, Ataxie, Nystagmus und Ophthalmoplegie auslösen, später kommt ein Korsakoff-Syndrom mit schweren Gedächtnisstörungen hinzu. Die jetzige Studie zeigt, dass diese Folgen nicht erst im Endstadium der Alkoholkrankheit auftreten, sondern bereits bei Personen drohen, die durch Antworten auf vier harmlose Fragen einen problematischen Alkoholkonsum zu erkennen geben.

© rme/aerzteblatt.de

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