Politik

Bundeswehr in Mali entwickelt Plan gegen Ebola-Ansteckung

Montag, 4. August 2014

Potsdam – Die Bundeswehr im Auslandseinsatz trifft Vorsorgemaßnahmen wegen der Ebola-Epidemie in Westafrika. Ein Truppenarzt habe einen „Notfallplan“ für die Teilnehmer der EU-Trainingsmission EUTM Mali entwickelt, zu dem auch Bundes­wehrsoldaten gehören, sagte heute ein Sprecher des Einsatzführungskommandos der Bundeswehr in Potsdam. Mali grenzt an Guinea, einen der von dem Ausbruch betroffenen Staaten.

Nach Angaben des Sprechers handelt es sich bei den in dem Plan genannten Handlungsvorgaben in dem meisten Fällen um die Bekräftigung ohnehin geltender Regeln. So sollten Soldaten nicht auswärts essen und auf Marktbesuche verzichten, um nicht in Kontakt mit Wildfleisch und Tieren zu kommen. Tiere können Ebola übertragen und gelten als Auslöser für die Krankheit.

Anzeige

Darüber hinaus sieht der Notfallplan den Angaben zufolge vor, dass bei verdächtigen Erkrankungen bei Soldaten von Anfang an stets auch die Option Ebola in Erwägung gezogen wird. Sollte es eine Infektion gebe, werde der betroffene Soldat in Quarantäne genommen.

Der Sprecher betonte zugleich, dass in Mali keine Ebola-Fälle bekannt geworden seien. Die Ansteckung erfolge zudem durch den Verzehr von Wildfleisch, die Pflege von Infizierten und bestimmte traditionelle Rituale für Verstorbene. Diese Ansteckungswege seien für die Soldaten nicht relevant – „die treffen auf uns ja nicht zu.“

Nach Bundeswehr-Angaben ist derzeit ein Tropenarzt der Bundeswehr als medizinischer Betreuer für die Soldaten der EUTM Mali zuständig. In dieser Eigenschaft habe er den Notfallplan entwickelt.   Die Die Weltgesundheitsbehörde geht inzwischen von mehr als 1.300 Ebola-Infektionen aus, mindestens 729 Menschen überlebten die Ansteckung mit dem Virus nicht. Betroffen sind Guinea, Sierra Leone und Liberia.

Die Bundeswehr beteiligt sich an zwei internationalen Einsätzen in Mali. Neben der EUTM-Mali-Mission nimmt sie auch an der parallelen UN-Mission Minusma teil, inzwischen allerdings nur noch mit Stabspersonal. Bei EUTM Mali bilden Bundeswehrsoldaten Pioniere der malischen Armee aus. Zusätzlich dazu hat Deutschland die medizinische Versorgung aller an dem Einsatz beteiligten EU-Soldaten übernommen. Der Bundestag hat maximal 250 Soldaten für die EU-Mission genehmigt, ihre aktuelle Zahl vor Ort liegt darunter. © afp/aerzteblatt.de

Themen:

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

5.000 News Politik

Nachrichten zum Thema

05.09.16
Hochsicherheits­labore: Forschungsstart steht kurz bevor
Greifswald-Riems – Die neuen Hochsicherheitslabore im Friedrich-Loeffler-Institut für Tiergesundheit auf der Ostseeinsel Riems sind bereit für die Forschung. Drei Jahre nach der Übergabe des......
02.09.16
Ebola: Sexuelle Übertragung nach 470 Tagen
Hamburg – Das Ebola-Virus kann im männlichen Hoden deutlich länger überleben als bislang angenommen. In Guinea hat ein Mann das Virus 470 Tage nach dem Beginn seiner eigenen Ebola-Erkrankung sexuell......
02.09.16
Globale Strategie für den ersten Dengue-Impfstoff
London – Der erste zugelassene Dengue-Impfstoff Dengvaxia (CYD-TDV) kommt auf den Philippinen bereits zum Einsatz. Bis zum Juni 2017 sollen etwa eine Million Kinder im Alter von mindestens neun Jahren......
25.08.16
Wien – Das Biotech-Unternehmen Themis Bioscience GmbH gab heute die Impfung eines ersten Probanden im Rahmen einer klinischen Studie der Phase 2 eines prophylaktischen Impfstoffkandidaten gegen......
15.07.16
Ebola-Update: In diesen Ländern ist eine Tier-zu-­Mensch-Übertragung möglich
Seattle – Eine neue interaktive Karte zeigt Gebiete, deren Umweltbedingungen Ebola-Viren einen geeigneten Lebensraum bieten. Dafür wurden aktuelle Daten zu Ebola-Fällen eingearbeitet und eine größere......
11.07.16
Zikavirus: Ist der Peak in Lateinamerika schon erreicht?
London – Die gegenwertige Zika-Epidemie in Lateinamerika könnte in drei Jahren vorbei sein, schätzen Wissenschaftler um Neil Ferguson vom MRC Centre for Outbreak Analysis and Modelling, School of......
11.07.16
MERS-„Super Spreader“: Erste Hinweise zur unterschied­lichen Transmissions­häufigkeit
Seoul – In einer überfüllten Notfallambulanz eines Krankenhauses in Süd-Korea infizierten sich 2015 82 Menschen mit dem MERS-Coronavirus (MERS-CoV). Das Virus breitete sich innerhalb von nur drei......

Fachgebiet

Anzeige

Themen suchen

A
Ä
B
C
D
E
F
G
H
I
K
L
M
N
O
Ö
P
Q
R
S
T
U
Ü
V
W
Y
Z
Suchen

Weitere...

Login

Loggen Sie sich auf Mein DÄ ein

E-Mail

Passwort

newsletter.aerzteblatt.de

Newsletter

Informieren Sie sich täglich (montags bis freitags) per E-Mail über das aktuelle Geschehen aus der Gesundheitspolitik und der Medizin. Bestellen Sie den kostenfreien Newsletter des Deutschen Ärzteblattes

Immer auf dem Laufenden sein, ohne Informationen hinterher zu rennen: Der tagesaktuelle Newsletter

Aktuelle Kommentare

Archiv

RSS

RSS

Die aktuellsten Meldungen als RSS-Feed. Mit einer geeigneten Software können Sie den Feed abonnieren.

Anzeige