Medizin

Stammzellen könnten Reha nach Schlaganfall beschleunigen

Montag, 11. August 2014

London – Britische Forscher haben eine klinische Studie zur Stammzelltherapie des Schlaganfalls erfolgreich abgeschlossen. Ihrer Publikation in Stem Cell Translational Medicine (2014; doi:10.5966/sctm.2013-0178) zufolge wurde die Injektion der CD34-Zellen in die Hirnarterie gut vertragen. Die Patienten sollen sich in den ersten Monaten gut von ihren Behinderungen erholt haben.

Das CD34-Molekül ist im Knochenmark ein Marker für Stammzellen, aus denen sich die Blutzellen erneuern. Tierexperimentelle Studien haben gezeigt, dass CD34-positive Zellen darüber hinaus im Gehirn die Bildung neuer Blutgefäße und neuer Nervenzellen anregen können, wenn sie intraarteriell in die Nähe einer ischämischen Läsion injiziert werden.

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Ob diese Therapie auch bei Patienten nach einem Schlaganfall effektiv ist, wurde in einer Phase 1-Studie untersucht, für die das Team um Soma Banerjee vom Imperial College London aus einer Gruppe von 82 Patienten fünf Probanden auswählte, bei denen der Schlaganfall keine sieben Tage zurücklag. Die wichtigsten Gründe für eine Ablehnung waren ein Alter über 80 Jahre, eine medizinisch instabile Situation und eine schwere Stenose der Arteria cerebri media.

Die CD34-positiven Zellen waren aus einer Knochenmarkpunktion isoliert und über einen Katheter in die Arteria cerebri media infundiert. Alle Patienten sind sechs Monate später am Leben, darunter auch jene vier, denen die Ärzte vor der Behandlung nur eine Überlebenschance von etwa 4 Prozent eingeräumt hatten. Drei der vier Patienten sind wieder in der Lage zu gehen und für sich zu sorgen.

Banerjee gibt sich deshalb optimistisch, dass die Therapie tatsächlich eine Wirkung erzielt hat. Sicher ist dies jedoch nicht. Viele Schlaganfall-Patienten zeigen in den ersten Monaten nach dem Insult eine Tendenz zur Erholung, die durch Reha-Behandlungen verstärkt wird. Außerdem muss man davon ausgehen, dass die Forscher für ihre erste Studie Patienten mit einer guten Prognose ausgesucht haben. Die eigentliche Aufgabe der Phase 1-Studie ist allerdings, die (grobe) Sicherheit der Behandlung zu belegen. Wirkungsbelege sind erst in weiteren Studien mit einer größeren Fallzahl und einer randomisierten Vergleichsgruppe zu erwarten. © rme/aerzteblatt.de

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