Politik

Hüppe: Ärzte nicht zur Tötungsassistenten machen

Montag, 11. August 2014

Berlin – In der Debatte um die Sterbehilfe hat sich der CDU-Gesundheitspolitiker und ehemaliger Behindertenbeauftragter der Bundesregierung Hubert Hüppe nachdrücklich gegen eine legale Beihilfe zur Selbsttötung durch Ärzte gewandt. „Der Forderung, dass Ärzte als Tötungsassistenten tätig werden, ist entschieden zu widersprechen“, sagte Hüppe am Montag in Berlin.

Er wandte sich damit gegen das Ansinnen von Bundestagsvizepräsident Peter Hintze (CDU), eine ärztliche Beihilfe ausdrücklich zu legalisieren. „Ich meine, dass der ärztlich assistierte Suizid am Lebensende zweifelsfrei ohne Strafe möglich sein muss“, sagte Hintze dem Magazin Der Spiegel. Bundesärztekammer-Präsident Frank Ulrich Montgomery hatte sich am Wochenende nachdrücklich gegen eine solche Beteiligung ausgesprochen.

Anzeige

Hüppe warnte zugleich vor einer grundlegenden Veränderung der Rolle des Arztes. „Statt wie bisher dem Patienten gegenüber das unbedingte Ja der Solidargemeinschaft zu dessen Existenz zu repräsentieren, würde er dem Patienten nun die Option einer Beendigung seiner Existenz zur Wahl stellen“. Vor allem Alte und Kranke kämen unter psychologischen Rechtfertigungsdruck, wenn sie sich nicht mit Hilfe des Arztes töteten.

Der Bundestag will im kommenden Jahr über eine Regelung befinden. Dabei sollen die Fraktionsgrenze aufgehoben werden. Nach Angaben des in der Union für das Thema zuständigen Bundestagsabgeordnete Michael Brand (CDU) plant die Fraktion einen Gruppenantrag, der auch Einzelpersonen und Ärzte strafrechtlich belangen soll, wenn sie ihre Beihilfe regelmäßig anbieten. Hintze erwägt hingegen, einem Antrag der SPD-Abgeordneten Carola Reimann beizutreten, die in seine Richtung denkt. © kna/aerzteblatt.de

Themen:

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

Widerstand
am Dienstag, 12. August 2014, 12:39

...Ärzte als Tötungsassistenten ..., ist entschieden zu widersprechen...

entsetzt sich CDU-Mann Hüppe.
Warum? Ist daran nicht genug zu verdienen? Diese Frage muss gestellt werden, wenn man sich informiert und feststellen muss, dass sogar unethisch geprüfte Medikamente die als Nebenwirkung massive Blutungen in allen Körperregionen bis zum Tod versprechen, bedenkenlos an sowieso lebensbedrohlich erkrankten Menschen verordnet werden. Der Unterschied ist, dass von der Pharma hier entsprechende Spenden an die Parteien fließen. An einem würdigen Tod verdienen Politik und Phama man nicht genug.
5.000 News Politik

Nachrichten zum Thema

13.06.16
Hamburg – Dem Hamburger Sterbehelfer Roger Kusch bleibt der Gang vors Gericht erspart. Im Zusammenhang mit der Sterbehilfe für zwei über 80-jährige Frauen in Hamburg ließ das Oberlandesgericht die......
25.05.16
Mehrheit der Australier für Legalisierung der Sterbehilfe
Sydney – Eine große Mehrheit der Australier befürwortet eine Legalisierung der Sterbehilfe. 75 Prozent der Befragten stimmten laut der am Mittwoch veröffentlichten Umfrage des Senders ABC der Aussage......
27.04.16
Amsterdam – In den Niederlanden haben im vergangenen Jahr mehr Demenz-Patienten aktive Sterbehilfe in Anspruch genommen. Unter den 5.516 Menschen, die 2015 aktive Sterbehilfe erhielten, seien 109......
04.04.16
Brüssel – Der ehemalige belgische Außenminister Steven Vanackere hat eine öffentliche Debatte über Sterbehilfe gefordert. Das Gesetz zur aktiven Sterbehilfe in Belgien sei "fehlerhaft", sagte......
11.02.16
Niederlande: Sterbehilfe aus psychiatrischen Gründen
Bethesda – In den Niederlanden ist die Sterbehilfe auch bei organisch gesunden Menschen mit psychiatrischen Erkrankungen erlaubt. Bioethiker aus den USA äußern nach einer Auswertung von Fallberichten......
08.01.16
Karlsruhe – Das seit Dezember geltende Verbot der geschäftsmäßigen Beihilfe zur Selbsttötung bleibt weiterhin in Kraft. Das Bundesverfassungsgericht hat den Erlass einer einstweiligen Anordnung gegen......
15.12.15
Hamburg – Roger Kusch, seit 2008 Mitbegründer und Vorsitzender eines Sterbehilfe-Vereins in Hamburg, muss sich vorerst nicht wegen Totschlags vor dem Hamburger Landgericht verantworten. Die Richter......

Fachgebiet

Themen suchen

A
Ä
B
C
D
E
F
G
H
I
K
L
M
N
O
Ö
P
Q
R
S
T
U
Ü
V
W
Y
Z
Suchen

Weitere...

Login

Loggen Sie sich auf Mein DÄ ein

E-Mail

Passwort

newsletter.aerzteblatt.de

Newsletter

Informieren Sie sich täglich (montags bis freitags) per E-Mail über das aktuelle Geschehen aus der Gesundheitspolitik und der Medizin. Bestellen Sie den kostenfreien Newsletter des Deutschen Ärzteblattes

Immer auf dem Laufenden sein, ohne Informationen hinterher zu rennen: Der tagesaktuelle Newsletter

Aktuelle Kommentare

Archiv

RSS

RSS

Die aktuellsten Meldungen als RSS-Feed. Mit einer geeigneten Software können Sie den Feed abonnieren.

Anzeige