Politik

Studie: Raucher sterben deutlich früher

Dienstag, 12. August 2014

Heidelberg – Wer auf Alkohol und Zigaretten verzichtet, dazu nur wenig rotes Fleisch und Wurst isst und auf ein normales Gewicht achtet, lebt bis zu 17 Jahre länger. Das errechneten Wissenschaftler im Deutschen Krebsforschungszentrum (DKFZ). Rauchen kostet die meiste Lebenszeit: Männern sterben dadurch im Schnitt neun, Frauen sieben Jahre früher.

Den Berechnungen zufolge hatten das günstigste Risikoprofil und damit die größte Lebenserwartung Nichtraucher mit einem Body Mass Index zwischen 22,5 und 24,9, die wenig Alkohol tranken, körperlich aktiv waren und wenig rotes Fleisch, dafür aber viel Obst und Gemüse aßen.

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„Oft werden wissenschaftliche Hinweise auf einen gesunden Lebensstil als erhobener Zeigefinger empfunden“, sagte Rudolf Kaaks, Leiter der Abteilung „Epidemiologie von Krebserkrankungen“ am DKFZ. Deswegen sei es wichtig, klar zu beziffern, was jeder einzelne an Lebenszeit gewinnen kann, wenn er frühzeitig auf ungesunde Gewohnheiten verzichtet.

Mehr als 10 Zigaretten am Tag kosten 9,4 Lebensjahre
So errechneten die Wissenschaftler beispielsweise, das Rauchen die schlechteste Prognose verursacht: Raucht ein Mann über zehn Zigaretten pro Tag, so verliert er ganze 9,4 Jahre an Lebenserwartung, eine Frau 7,3 Jahre. Auch ein moderater Konsum von weniger als zehn Zigaretten pro Tag reduziert die Lebenserwartung bei beiden Geschlechtern immer noch um etwa fünf Jahre.

Weitere Lebensstilfaktoren, die zu einem deutlichen Verlust an zu erwartenden Lebensjahren führen, sind: Adipositas, starker Alkoholkonsum und hoher Verzehr an rotem Fleisch. Hingegen fanden die Wissenschaftler heraus, dass sich ein Mangel an körperlicher Aktivität nicht durch einen signifikanten Verlust an Lebenserwartung bemerkbar macht.

Riskante Lebenstilfaktoren können bis zu 17 Jahre kosten
Die DFKZ-Forscher errechneten aber auch, welche Effekte eine Kombination der genannten riskanten Lebensstilfaktoren mit sich bringt: Demzufolge büßt ein adipöser starker Raucher, der viel trinkt und viel rotes Fleisch verzehrt, gegenüber dem Mitmenschen mit günstigstem Risikoprofil bis zu 17 Jahre an Lebenserwartung ein. Bei einer Frau wären es 13,9 Jahre.

Seit 1994 führt die Abteilung „Epidemiologie von Krebserkrankungen“ des DKFZ die Studie mit rund 25.500 Teilnehmern durch. Sie ist Teil der europäischen Langzeitstudie European Prospective Investigation into Cancer and Nutrition, die mit fast 520.000 Teilnehmern zu den größten Studien ihrer Art weltweit zählt. © hil/aerzteblatt.de

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