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USA: Diabetes nimmt weiter zu

Mittwoch, 13. August 2014

Atlanta – Zwei von fünf US-Amerikanern, die nach 2000 geboren wurden, werden in ihrem Leben an Diabetes erkranken. In einigen ethnischen Gruppen könnte es sogar jeder zweite sein. Dies geht aus Berechnungen von Mitarbeitern der Centers for Disease Control and Prevention (CDC) in Lancet Diabetes & Endocrinology (2014; doi:10.1016/S2213-8587(14)70161-5) hervor.

Die CDC lassen seit 1957 eine Stichprobe der Bevölkerung nach ihrem Gesundheits­zustand befragen. Seit 1985 können die Daten auch mit den Sterberegistern abge­glichen werden. Das Team um den CDC-Epidemiologen Edward Gregg stellt seither zwei Trends fest. Die Lebenserwartung steigt und die Zahl der Diabeteserkrankungen nimmt zu.

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Damit steigt die Wahrscheinlichkeit für einen erwachsenen US-Amerikaner, im Verlauf seines Lebens am Diabetes zu erkranken. Für einen US-Amerikaner, der 1985 bis 1989 das Erwachsenenalter erreichte beträgt die Lebenszeitwahrscheinlichkeit bei Männern 20,4 Prozent und bei Frauen 26,7 Prozent. Von den Männern, die 2000 bis 2011 das Erwachsenenalter erreichten, werden vermutlich 40,2 Prozent im Verlauf ihres Lebens an Diabetes erkranken, bei den Frauen werden es vermutlich 39,2 Prozent sein, wenn die derzeitigen Trends anhalten, wovon Gregg überzeugt ist.

In den Minderheiten ist die Situation teilweise noch schlimmer. Eine heute 20-jährige Afroamerikanerin wird zu 55,2 Prozent im Verlauf ihres Lebens an Diabetes erkranken, bei einem Mann aus dieser Ethnie beträgt die Wahrscheinlichkeit 50 Prozent. Auch von den jungen US-Amerikanern lateinamerikanischer Herkunft wird jeder zweite im Alter von Diabetes erkranken. Gregg gibt das Lebenszeitrisiko eines männlichen „Hispanic“ mit 52 Prozent an, bei den Frauen sind es 51,3 Prozent.

Da die US-Amerikaner älter werden, steigt auch die Dauer der Diabeteserkrankungen. Auf 1.000 Erwachsene kommen laut Gregg in Zukunft kumulativ 12.000 bis 13.000 Diabetesjahre, und da die Erkankung die Lebenserwartung verkürzt kommen noch einmal 3.000 Jahre hinzu, die durch die Erkrankung verloren gehen. © rme/aerzteblatt.de

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