Ärzteschaft

Ärztekammer Westfalen-Lippe informiert in Schulen über Organspenden

Montag, 1. September 2014

Münster – Jugendliche für das Thema Organspende sensibilisieren und angemessen informieren möchte die Ärztekammer Westfalen-Lippe. Zusammen mit der NRW-Landes­vertretung der Techniker Krankenkasse informiert sie Schüler daher im Rahmen des Projektes „Organspende macht Schule“.

Im vergangenen Jahr ist die Zahl der Organspenden bundesweit um 15 Prozent gesunken und hat damit den niedrigsten Stand seit 2002 erreicht. In den Monaten Januar bis Juli 2014 ist die Zahl der Organspender in Nordrhein-Westfalen im Vergleich zum Vorjahrszeitsraum um weitere 15,4 Prozent zurückgegangen. Diesem Negativtrend wollen die Kammer und Kasse entgegenwirken.

Anzeige

„Die Entwicklung bei der Organspende ist besorgniserregend und insbesondere dramatisch für die rund 11.000 Patienten, die bundesweit dringend auf eine Trans­plantation warten“, sagte der Kammerpräsident Theodor Windhorst. Jeden Tag stürben drei Menschen auf der Warteliste, weil für sie nicht rechtzeitig ein lebensrettendes Organ zur Verfügung stehe. Eine weitere Konsequenz sei, dass die Einjahresüberlebensquote nach einer Transplantation zurückgehe, da die Patienten zu lange auf ein Organ warten müssten und in einem immer schlechter werdenden Gesundheitszustand transplantiert würden.

Bei dem Projekt „Organspende macht Schule“ vermittelt die Ärztekammer West­falen-Lippe Ärzte, die in den Schulen für eine Doppelstunde das Thema Organspende behandeln. Die Unterrichtseinheit soll in enger Abstimmung mit dem entsprechenden Lehrer durchgeführt werden. Derzeit haben sich 30 Ärzte bereit erklärt, an dem Projekt mitzuwirken. Sie werden in regelmäßigen Abständen bei der Ärztekammer geschult und auf ihre Aufgabe vorbereitet.

Die Materialien für das Projekt „Organspende macht Schule“ hat die TK zusammen mit der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) entwickelt. Im Augenblick warten nach Angaben von Eurotransplant in Nordrhein-Westfalen 34 Kinder und Jugendliche auf ein Spenderorgan, bundesweit sind es 150.

Ab einem Alter von 16 Jahren können sich Jugendliche selbst für oder gegen die Organspende entscheiden und einen Ausweis ausfüllen. Bereits ab 14 Jahren haben junge Menschen die Möglichkeit, sich gegen eine Organspende auszusprechen. © hil/aerzteblatt.de

Themen:

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

5.000 News Ärzteschaft

Nachrichten zum Thema

10.05.16
Berlin – Nach den Skandalen um Manipulationen bei der Organvergabe sank die Zahl der Menschen, die sich als Organspender zur Verfügung stellten. Die Bundesregierung will mehr Menschen ermutigen. Auch......
29.04.16
Berlin – Der Deutsche Bundestag hat sich am Donnerstagabend erstmals mit der Einrichtung eines bundesweiten Transplantationsregisters befasst. Der Gesetzentwurf, der die rechtlichen Voraussetzungen......
15.04.16
Magdeburg – Im Bemühen um mehr Transparenz in der Organspende macht sich die Ärztekammer Sachsen-Anhalt für eine Zusatzweiterbildung Transplantationsmedizin stark. „Damit ist klar gekennzeichnet, wer......
12.01.16
Madrid – Spanien hat 2015 einen neuen Organspenderekord verzeichnet. Die Zahl der Spender stieg 2015 im Vergleich zum Vorjahr um 10 Prozent auf 39,7 Organspender pro eine Million Einwohner, wie die......
25.11.15
Peking – In China bleiben laut einem Bericht die meisten Organspenden ungenutzt. Für dieses Jahr erwarteten die Behörden mehr als 2.500 Organspender, berichtete die staatliche Zeitung Beijing Youth......
24.11.15
Heidelberg – Eine neue Projektgruppe „Aufklärung Organspende“ der Fachschaft Medizin in Heidelberg will die Öffentlichkeit über die Themen Hirntoddiagnostik, Organspende und Transplantation......
11.11.15
Nierenspende: Risikorechner auf Nierenversagen vorgestellt
Boston – Lebendspender einer Niere haben ein geringes, aber signifikant erhöhtes Risiko auf ein späteres Nierenversagen. Eine US-Arbeitsgruppe hat im Internet einen Risikorechner für potenzielle......

Fachgebiet

Themen suchen

A
Ä
B
C
D
E
F
G
H
I
K
L
M
N
O
Ö
P
Q
R
S
T
U
Ü
V
W
Y
Z
Suchen

Weitere...

Login

Loggen Sie sich auf Mein DÄ ein

E-Mail

Passwort

newsletter.aerzteblatt.de

Newsletter

Informieren Sie sich täglich (montags bis freitags) per E-Mail über das aktuelle Geschehen aus der Gesundheitspolitik und der Medizin. Bestellen Sie den kostenfreien Newsletter des Deutschen Ärzteblattes

Immer auf dem Laufenden sein, ohne Informationen hinterher zu rennen: Der tagesaktuelle Newsletter

Aktuelle Kommentare

Archiv

RSS

RSS

Die aktuellsten Meldungen als RSS-Feed. Mit einer geeigneten Software können Sie den Feed abonnieren.

Anzeige